Der Schnee war überall: Er legte sich auf die Chaise, den traditionellen Kinderwagen der Alt-Villingerin, die Kragen der Narros, er füllte die Hauben, wie Puderzucker stob er über die Schemen beim traditionellen Fasnetmentig-Umzug der Villinger Narrozunft. Doch die Weißnarren trotzten den Wetterkapriolen trotz mitunter klammem Häs, wenn die weiße Pracht dann doch taute. Kaum einer konnte sich erinnern, dass es jemals an einem Mentig so heftig geschneit hätte. Der Winter kehrte nach Villingen zurück, um sich austreiben zu lassen.

Bereits in der Nacht hatte sich eine mehrere Zentimeter dicke Schneedecke über die Narrenhochburg gelegt, am Morgen dann schien sich das Wetter zu beruhigen. Kurzfristig. Doch ein kalter Wind pfiff durch die Sträßle – am Ehesten merkte man es daran, dass sich vor allem weniger Kinder unter die Zuschauer mischten. Die Polizei sprach davon, dass sich die Zuschauer bei eisigen Böen in Haus- und Ladeneingänge zurückzogen. Zum Glück riss der Himmel aber immer wieder auf, dann nahm die Straßenfasnet Fahrt auf.

Gestrählt wurde wie eh und je, die Giizig-Rufe erfüllten die Luft. Nur mit dem legendären Narrosprung mochte es nicht immer so klappen – bei unangenehm schmierig glattem Untergrund. Dabei hatten die Technischen Dienste zunächst für geräumte Straßen gesorgt. Auch das ein Novum – nach den großen Umzügen von Narros und dem Katzenmusikverein Miau schickten sie einen Schneepflug los. Die Katzenmusiker hatten zuvor um acht Uhr mit dem Umzugsreigen begonnen.

In sorgfältig gestalteten Umzugswagen nahmen sie wieder die Stadtpolitik aufs Korn: Schlimmer geht´s nimmer, höhnten sie mit Blick auf die Kunst im Städtle – auf das Schwenninger Orange vor der Tonhalle, die Installation auf dem Klinik-Gebäude oder auf die gelben Streifen auf dem Latschari-Platz zielte der scharfe Narrenspott. Auch das Zögern von Oberbürgermeister thematisierten die Acht-Zylinder mit ihrem originellen Motivwagen.

Gut funktionierte das Rettungskonzept der Stadt, in drei Fällen rückte beinahe zeitgleich die Rettungsdienste aus: zum Blue Boxx-Kino, durch die Bärengasse auf die Bickenstraße und zum Latschari-Platz. Narren und Zuschauer machten wie einstudiert Platz, die Wagen kamen problemlos zu den Einsatzorten. Zwei Mal mussten Kinder behandelt werden, außerdem hatte ein Zuschauer ein Herzproblem.

Videos vom Fasnetmontag in Villingen