Sie hatten eine furiose Westernschau angekündigt und die Gäste der Glonki-Gilde, die am Schmotzige Dunnschtig in der Neuen Tonhalle feierten, wurden nicht enttäuscht: Glonki-Obed, das heißt viel Musik und Tanz, hatten die Organisatoren angekündigt, und Glonkinchen, Fanfarenzug, Spielmannszug und Majoretten ließen sich nicht zweimal bitten.

Selbst die als Cowgirls tanzenden Herren des Männerballetts, die mit langen roten Perücken und Rüschenröcken auftraten, hielten sich an die Vorgaben und legten einen fetzigen Animationstanz auf die Bretter. Und immer drehte es sich um das Thema „Wanted im Wilden Westen“.

„Wanted“, also „Gesucht“, stand auch ganz groß auf den Plakaten, die von Claus Boie und Ralf Müller präsentiert wurden. Mit der Option „Dead or Alive“ (Tot oder lebendig) wurde unter anderen Häuptling Rote Socke (Oberbürgermeister Rupert Kubon) wegen seiner Schlaglochpolitik gesucht oder der Eseltreiber Los Sägeros (Anselm Säger), weil er seine Gefolgschaft immer noch innerhalb der Stadtmauern einsperrt. Ebenfalls auf der Suche war Nenad Grzan, der wie in jedem Jahr zu den Höhepunkten im Glonki-Obed-Programm zählte. Der Büttenredner nahm kein Blatt vor den Mund und insbesondere OB Kubon musste sich warm anziehen. Mit der Begründung: „Ich wäre ein schlechter OB, weil ich zu ehrlich wäre“, versprach Nenad, sich nicht als Kandidat aufstellen zu lassen, und bemängelte im nächsten Satz das Durchschnittsalter im Gemeinderat. Ein Blick hinein sei, als ob jemand die Tür zum Jurassic-Park offen gelassen hätte.

Jochen Munz erhielt aus den Händen von Glonkivatter Günter Reichenberger (rechts) den Roten Verdienstorden für seine langjährige Tätigkeit als Ratsherr.
Jochen Munz erhielt aus den Händen von Glonkivatter Günter Reichenberger (rechts) den Roten Verdienstorden für seine langjährige Tätigkeit als Ratsherr.
Jochen Munz erhielt aus den Händen von Glonkivatter Günter Reichenberger (rechts) den Roten Verdienstorden für seine langjährige Tätigkeit als Ratsherr.
Jochen Munz erhielt aus den Händen von Glonkivatter Günter Reichenberger (rechts) den Roten Verdienstorden für seine langjährige Tätigkeit als Ratsherr.
Die Glonkinchen begeistern nicht nur mit ihrem Gardetanz das Publikum in der Tonhalle.
Die Glonkinchen begeistern nicht nur mit ihrem Gardetanz das Publikum in der Tonhalle.
Die Glonkinchen begeistern nicht nur mit ihrem Gardetanz in der Tonhalle.
Die Glonkinchen begeistern nicht nur mit ihrem Gardetanz in der Tonhalle.

Natürlich bekam auch die Narrozunft ihr fett weg, weil sie Frauen diskriminiere und ausbeute, flachste Nenad Grzan. „Bei denen ist sogar ein Schwenninger mehr wert als eine Frau“, bemängelte er mit Blick auf die fehlende weibliche Komponente im Rat der Zunft. Als rasender Sportreporter kommentierte Nenad anschließend den Villinger Fasnetumzug und erntete viel Applaus für diese gekonnte Vorstellung.

Versöhnliches dann von den Brigachklampfen Patrick Beikirch und Manuel Gross: „Es ist egal, wo Du bist, es ist egal, welchem Verein du angehörst – Hauptsache ist, Du machst Fasnet“, stellten die beiden Bänkelsänger das Häs eines Katzenmusikzünftlers mit blau-weiß-hexenrotem Zubehör vor.

Die Majoretten ganz im Indianerlook.
Die Majoretten ganz im Indianerlook.
Patricia Hochstein und Gaby Güthner als Santa Maria und Ombre (von links) haben einiges zu erzählen udn kündigen am Ende die Westernkapelle des Fanfarenzugs an.
Patricia Hochstein und Gaby Güthner als Santa Maria und Ombre (von links) haben einiges zu erzählen udn kündigen am Ende die Westernkapelle des Fanfarenzugs an.

Ehrenvolles passierte an diesem Glonki-Obed gleich zweimal. Der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel war mit seiner Frau Edeltraud der Einladung der Glonkis gefolgt und Jochen Munz erhielt aus den Händen von Glonkivatter Günter Reichenberger den Roten Verdienstorden für seine langjährige Tätigkeit als Ratsherr.