VS-Villingen – In den Innenstädten von Villingen und Schwenningen will die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Stadtwerken (SVS) noch im Frühjahr ein flächendeckendes WLAN-Netz einrichten. Ein Ziel dabei ist, die Innenstädte attraktiver zu machen. Passanten sollen in den Fußgängerzonen kostenlos im Internet surfen können. Die dafür nötigen Sende- und Empfängereinheiten (Router) wurden von der Firma Hess entwickelt und sollen unsichtbar in Straßenleuchten installiert werden. Geplant ist, dass im Stadtgebiet Villingen 14 und in Schwenningen 13 sogenannte Lichtpunkte zum Einsatz kommen. Das bereits bestehende WLAN-Netz der Stadt ist momentan nur in wenigen Bereichen verfügbar.

Viele Bürger freuen sich daher auf das neue Angebot, auf schnelleres Surfen und auf die Entlastung des Datenvolumens des Mobilfunkvertrages. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Eine davon kommt von Klaus Dold, der sich überhaupt nicht auf den nahenden Ausbau freut. Der Allgemeinmediziner, der seine Praxis in der Rietstraße hat, sagt: „Das freie WLAN ist eine unfreiwillige Bestrahlung von Anwohnern und Passanten.“ Nicht immer sei ein technischer Fortschritt eine Verbesserung. Aus medizinischer Sicht seien schädliche Einflüsse auf Mobilfunkstrahlung, auch unterhalb der Grenzwerte, belegt.

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Er bezieht sich dabei auf mehrere Studien, die dem SÜDKURIER vorliegen. Demnach sei es möglich, dass selbst geringe Strahlenbelastungen Einfluss auf den Körper und die Natur haben können. "Mann kann noch gar nicht abschätzen, welche Folgen die steigende Belastung haben wird." Das Problem sei, dass gesundheitliche Probleme oft nur schwer eindeutig auf Strahlung zurückzuführen sind.

Klaus Dold und Lebensgefährtin Carolin Kubacki wollen den WLAN-Ausbau stoppen.
Klaus Dold und Lebensgefährtin Carolin Kubacki wollen den WLAN-Ausbau stoppen. | Bild: Fröhlich, Jens

Der Arzt ist sich sicher, dass die Diskussion von Lobbyisten beeinflusst werde. Die Politik habe angesichts der zu erwartenden Milliardengewinne durch die Versteigerung von Mobilfunklizenzen wenig Interesse an objektiver Aufklärung. „Die Strahlung im öffentlichen Raum macht vor der Haustüre nicht Halt und beschränkt mein Recht auf körperliche Unversehrtheit“, erklärt er. Gegen die geplante „Zwangsbestrahlung“, wie er es nennt, sowie gegen eine mögliche Aufrüstung der Anlage auf den neuen 5G-Standard in naher Zukunft, hat Dold eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen.

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Er will damit ein Signal zu setzen und die Stadtverwaltung zum Umdenken bewegen. Anderen Kritikern will er eine Plattform bieten, ebenfalls aktiv zu werden. Er hat auch schon Mitstreiter gefunden. In folgenden Geschäften und Cafes wird die Unterschriftenliste bald ausliegen. In Villingen: Uhrengeschäft Grießhaber, Cafe am Riettor, Restaurant Paletti und Reformhaus Schrempp. In Schwenningen: Reformhaus im City-Rondell, Pfundstein's Naturkost und Bücherstube. Die Unterschriftenliste will Dold der Stadtverwaltung vorlegen.

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