Für die Familien von zwei jungen Männern und einer jungen Frau ist in dieser Woche nichts mehr wie zuletzt. Ein 22-Jähriger hat seinen 23-jährigen Freund mit einer Salve aus einer Maschinenpistole erschossen, die Freundin des Getöteten musste alles mit ansehen. Die Männer waren am Freitagabend in den Neuhäuslewald hinter dem Villinger Pfadfinderheim gefahren. Offenbar wollten sie Schießübungen machen, als die Waffe plötzlich losging. Tödliche Bauch- und Brusttreffer waren die Folge.

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Im Wald herrscht Stille. Neuschnee ist in der Nacht zu Montag gefallen. Rote Markierungsfarbe der Polizei ist noch zu erkennen. Es gibt hier keine Blumen, keine Kerzen. Der Ort wirkt am Montag friedlich, der Schnee lässt nicht erkennen, was sich hier in der Nacht auf Samstag ereignet hat.

Video: Norbert Trippl

Auch in den Sozialen Netzwerken herrscht Ruhe, es gibt keine öffentlichen Trauer-Seiten, die Profile der Beteiligten wirken, als sei nichts geschehen.

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Die Ruhe täuscht. Bei den drei betroffenen Familien ist nichts mehr wie früher. Auch die Eltern stehen unter ärztlicher Betreuung, die direkt Beteiligten sowieso. Der Rechtsstaat hat bereits gesprochen. Der 22-Jährige, der die ungesicherte Waffe an den 23-jährigen offenbar mit dem Lauf voraus überreichte, wurde auf freien Fuß gesetzt.

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Tatsächlich befindet sich der junge Mann in einer Klinik, wo er psychologisch betreut wird. Er soll, nachdem sein Freund schwer getroffen zu Boden gesackt war, in Panik in den Wald gerannt sein – auf und davon. Später stellte er sich, als der Polizeihubschrauber und Fußstreifen nach ihm suchten.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Die Ermittler gehen von einem Drama aus, versehentlich sollen sich die Schüsse gelöst haben. Am Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung wird der Jüngere der Beiden nach heutigem Stand nicht vorbeikommen.

Die Ermittlungsmaschinerie der Polizei läuft. Die Waffe, die einer MP 7, wie sie die Bundeswehr und die Polizei einsetzen, sehr ähnlich sein soll, wird untersucht. Das Schießeisen wird in der ballistischen Abteilung der Kriminaltechnik bewertet.

Die entscheidenden Fragen: Lässt sich der Ursprung der Waffe klären? War das Schießgerät bei anderen Straftaten im Einsatz und, vor allem, wie kommt das rund 40 Zentimeter lange Stück zu den jungen Männern und was hatten die Beiden damit vor? Nur im Wald schießen?

Polizei forscht im näheren Umfeld

Die Polizei prüft jetzt auch die Familienverbindungen. Gibt es Verbindungen in Kriegs- oder Krisengebiete? Immer wieder werden dort Waffen wie diese gehandelt. Bislang ist alles ungeklärt. Fest steht: Die Schnellfeuerwaffe kann bis zu 1000 Schuss in der Minute abgeben. Es handelt sich um eine sogenannte Kriegswaffe. Auch in diesem Punkt werden die Ermittler noch hart durchgreifen müssen.