Mit dem Joseph-Haberer-Preis will die Stadt Jugendliche ermutigen, sich an die Leiden der Opfer des NS-Regimes und an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu erinnern und sich damit auseinanderzusetzen. Im Alten Rathaus überreichte OB Jürgen Roth nun den Joseph-Haberer-Preis 2019 an Clara La Rosée, Katharina Lang, Kay Ruby (gemeinsamer dritter Preis) und Anja Simone (zweiter Preis).

Historisch trifft aktuell

Anja Simone beschäftigte sich in ihrem Film „Religion und Freiheit – früher und heute“ mit verschiedenen Erinnerungsorten in Südwestdeutschland und interviewte einen jungen Juden über jüdisches Leben in Deutschland heute. Der Oberbürgermeister lobte die Verknüpfung der historischen und aktuellen Bezüge und hob hervor, dass der Film besonders junge Menschen anspricht.

In fiktiven Gesprächen

Mit dem dritten Preis wurden Katharina Lange, Clara La Rosée und Kay Ruby für ihre Seminararbeit „Lokaler kirchlicher Widerstand im Dritten Reich“ ausgezeichnet. In fiktiven Gesprächen stellten sie die Geschichte des kirchlichen Widerstands in Schwenningen dar. Besonders das fiktive Gespräch als Stilmittel und der klare historische Bezug seien sehr gelungen, würdigte der Oberbürgermeister die Arbeit. Er nannte die ausgezeichneten Schüler „zukünftige Verantwortungsträger der Stadt“, die die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachhielten.

Kampf gegen Rassismus

Der Preis erinnert an Joseph Haberer, der 1929 in Villingen geboren wurde und hier bis zu seiner Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland 1938 mit seinen Eltern lebte. Nachdem Haberers Eltern in Konzentrationslagern ermordet wurden, lebte er in den USA und setzte sich bis zu seinem Tod 2013 für Verständigung und gegen Rassismus und Antisemitismus ein. Der Joseph-Haberer-Preis wird jährlich an Schüler aus Villingen-Schwenningen vergeben, die sich auf künstlerische und wissenschaftliche Art mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Demokratie heute auseinandergesetzt haben.