VS-Villingen (rod) Viel geboten wurde beim St. Ursula-Schulfest, dass sich vom Kastanienhof über das ganz Schulgebäude erstreckte. Organisiert wurde es vom Freundeskreis und der Schule. "Unsere Schule benötigt viele Freunde", so der Slogan des Freundeskreises, der schon auf fruchtbaren Boden gefallen ist: Zahlreiche Helfer waren am Samstag beim Grillen, beim Getränkeverkauf oder am Kaffee- und Kuchenstand in Einsatz.

"Ich engagiere mich, weil mir die Bildung der Kinder und Jugendlichen sehr am Herzen liegt, weil sie unsere Zukunft sind", so die Vorsitzende Manuela Straßacker, die immer bemüht ist, neue Freunde zu gewinnen. Die Organisatoren hatten sich einige Überraschungen einfallen lassen: So mussten Besucher, um ein Glas frisch gepressten Organgensaft zu bekommen, kräftig in die Pedale treten. Mittels eines Ergometer-Fahrrades wurde der Strom erzeugt, der die Saftpresse antrieb. Diese Idee kam vom schulnahen Verein "Intipacha" zur Förderung der Nachhaltigkeit und der Eine-Welt-Idee an den St. Ursula-Schulen Villingen.

Die einzelnen Klassen hatten einiges vorbreitet, um die zahlreichen Besucher zu unterhalten. In der Turnhalle konnten sich die Kinder bei der Klasse 8R im Bobbycar-Rennen messen, die Schülerinnen und Schüler des Fachbereiches Bildende Kunst präsentierten in einer Ausstellung ihre Jahresarbeiten, im Klassenzimmer der 10b wurde kurzerhand eine Strandbar eingerichtet und selbstgemachte Smoothies angeboten. Jede Klasse beteiligte sich mit einer Aktion an dem Schulfest.

Politisch aufgeschlossen zeigten sich vier Schülerinnen und Schüler der Klassen zehn und elf bei einer Diskussionsrunde zum Thema: Soll die verbindliche Grundschulempfehlung wieder eingeführt werden? Mit klaren Diskussionsregeln wurden die Pro- und Contra-Argumente ausgetauscht. Größte Zweifel gab es bei der Objektivität bei den Entscheidungen der Lehrer und Eltern. Die Pro-Seite vertrat die Meinung, dass die Lehrer die Schüler besser einschätzen können und die Eltern bei der Einschätzung ihrer Kinder überfordert seien. Sie würden die Kinder auf höhere Schulen schicken wollen, obwohl sie den Anforderungen nicht entsprechen würden. Die Befürworter der Einführung der verbindlichen Grundschulempfehlung forderten ein Konzept und untermauerten dies mit Zahlen: 2011 wechselten 2190 Schüler nach der sechsten Klasse die Schule, 2016 waren es schon 2770 Schüler. Dem widersprach die Contra-Seite und sprach den Eltern ein größeres Einschätzungsvermögen ihrer Kinder zu. Grundsätzlich war die Contra-Seite nicht gegen eine Grundschulempfehlung, sondern nur gegen eine verbindliche.