6800 Besucher kamen aus Nah und Fern, als 2016 die legendäre Pop-Band "Pur" ihre Gastspiel in der Helios-Arena gab. Die Halle war ausverkauft.

Das war der bisherige Höhepunkt bei den Bemühungen der Stadt, die Schwenninger Eishalle außerhalb der Eishockey-Saison oder an Wochenenden für Veranstaltungs-Highlights mit regionaler Ausstrahlung zu nutzen.

An diesen Publikumserfolg konnte Hallenmanager Klaus Hässler seither nicht mehr anknüpfen. Warum es immer schwieriger wird, Top-Veranstaltungen in die Eishalle zu holen und warum die geplante Mega-90er-Party von Mai auf November verlegt werden musste, erläutert er im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

  • Lücke gerissen: Die Verlegung der "Mega-90er-Party" mit Musikbands aus den 1990-er Jahren war ein Rückschlag für die Belegung der Helios-Arena in der eishockeyfreien Zeit zwischen April und August. Vor einem Jahr lockte die Veranstaltung rund 5000 Musikfans in die Veranstaltungshalle. Nachdem das Event auf November verlegt wurde, wird die Halle in diesem Frühjahr nur noch für eine große Fahrzeugpräsentation eines heimischen Autohauses genutzt. Die nächste Veranstaltung findet dann erst im September mit dem Oktoberfest-Wochenende statt, das bereits im vergangenen Jahr ein erfolgreiches Debüt hatte.
  • Ausstiegsklausel: Die Verlegung der 90er-Party, so schildert Hässler, wurde nötig, weil dem Veranstalter "Mama Concerts" in Bochum mehrere eingeplante Künstler abgesagt hatten. Viele Künstler, so berichtet Hässler, haben in ihren Verträgen eine Ausstiegsklausel für den Fall, dass sie ein attraktiveres Angebot, etwa einen Fernseh-Auftritt, im Nachhinein bekommen. "Das ist inzwischen gang und gäbe", schildert der Hallenmanager.
  • Schwierig zu vermarkten: Hässler wird nicht müde zu betonen, dass die Halle im jetzigen Ausbaustadium "immer schwierig zu vermarkten sein wird". Die Eishalle sei nun mal keine Multifunktionshalle, die Veranstalter "müssen immer alles mitbringen", von der Technik, der Bühne bis zur Innenraumbestuhlung. Das ist sicherlich eine Hürde für so manchen Veranstalter. Unter diesen Vorzeichen sei das Erreichte schon ein Erfolg. Insgesamt 23 Kultur- und Unterhaltungs-Veranstaltungen wurden in den vergangenen Jahren in der Helios-Arena unter erheblichen logistischem Aufwand durchgeführt, es kamen zwischen 1500 und 6800 Besucher.

 

 

  • Konzerte immer teurer: Eingeschränkt wird die Veranstaltungsauswahl durch eine weitere Entwicklungen: Die Konzerte werden immer teuer. Die Stars haben zunehmend weniger Einnahmen durch verkaufte Tonträger und kompensieren diesen Ausfall durch höhere Gagen bei ihren Live-Konzerten. "Große Stars brauchen 15.000 bis 20.000 Besucher, damit sich der Aufwand rechnet", erläutert Hässler. Für diese ist die Helios-Arena schlicht zu klein.
  • Auf der Suche: Derzeit hat Hässler keine weiteren Veranstaltungs-Knüller unter Vertrag als die erwähnten. Er ist jedoch zuversichtlich, dass es immer wieder mal gelingt, attraktive Pop- und Unterhaltungsgrößen in die Region zu locken. "Ich bin immer am Suchen", versichert er.
  • Einschränkung durch Sanierung: In den nächsten zwei, drei Jahren kann es aber durchaus sein, dass die Zahl der Unterhaltungs-Veranstaltungen in der Helios-Arena zurückgefahren werden muss. Nämlich dann, wenn der Gemeinderat Ende April seine Zustimmung für die millionenschwere Sanierung der Eishalle II und der Curlinghalle erteilt. "Mehr wie zwei, drei Veranstaltungen im Jahr sind dann nicht mehr möglich", so Hässler mit Blick auf die Bautätigkeit.