Viele rechnen mit einem Verkehrschaos, wenn ab 20. April die Sanierung der Bundesstraße 33 von der Gaskugel bis zur Vockenhauser Straße erneuert wird. Im Gemeinderat informierten erstmals Fachleute über den Ablauf. Deutlich wurde, dass es keine großflächigen Umleitungen um Villingen herum geben wird. In den sechs Monaten wird der Bundesstraßen-Verkehr durch Teile der Stadt geleitet, Staus sind vorprogrammiert.

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Die Umleitung

Wie bereits bekannt gegeben wird der Großteil des Verkehrs über die Donaueschinger Straße, den Fürstenberg- und Habsburgerring sowie den Außenring und von dort zurück auf die Bundesstraße geleitet. Bei Bürgermeister Detlev Bührer seien schon die ersten Mails eingegangen, dass es „keine geeignete Umleitungsstrecke“ sei. Doch andere Möglichkeiten gebe es nicht. Bührer wies auch darauf hin, dass es nicht ausgeschlossen sei, die Bahnhofsstraße zu sperren und sie nur für den Busverkehr freizugeben. Er geht davon aus, dass gerade Ortskundige diesen Bereich, obgleich er nicht Teil der offiziellen Umleitungsstrecke ist, verstärkt nutzen werden. Zunächst werde die „Situation aber beobachtet“. Wenn es nicht funktioniere, das heißt, wenn der Busfahrplan nicht mehr eingehalten werden kann, „handeln wir“. Dann wird aber ein Teil des Verkehrs in den Ring verlagert.

Die Kritik

Verärgert zeigte sich vor allem SPD-Stadtrat Bernd Lohmiller, dass keine großflächigen Umleitungen geplant werden. Auf der Bundesstraße seien zuletzt täglich knapp 22 000 Fahrzeuge unterwegs gewesen, 20 000 Autos und 1800 Lastwagen. Er prognostiziert an der Südeinfahrt einen Verkehrskollaps, der sich möglicherweise bis nach Marbach und ins Brigachtal zieht. Er schlug vor, bereits ab Donaueschingen den Verkehr über Wolterdingen und Pfaffenweiler zu leiten. Das lehnte aber Peter Spiegelhalter, Referatsleiter im Straßenbauamt des Regierungspräsidiums ab: Das werde weder den Wolterdingern noch den Donaueschingern gefallen. Im Gespräch ist allerdings, bereits ab der Autobahnabfahrt Schilder aufzustellen, die auf eine erschwerte Durchfahrt der Bundesstraße hinweisen. Allerdings will etwa zwei Drittel des Verkehrs direkt in die Stadt.

Kein Flüsterasphalt

Viele Villinger, die entlang der Bundesstraße wohnen, wünschen sich, dass „Flüsterasphalt„ verbaut wird. Laut Spiegelhalter sei dies ein irreführender Begriff, es müsste hier von einem lärmarmen Asphalt gesprochen werden. Dieser Belag reduziert den Verkehrslärm. Allerdings wird es nach Stand der Dinge nicht dazu kommen. Die Grenzwerte werden seit der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht überschritten, begründete Spiegelhalter die Entscheidung. Außerdem handelt es sich bei dem Villinger Abschnitt um einen mit einer schwierigen Topographie. Außerdem kann der Belag nur mit einer Vollsperrung eingebaut werden, was in Villingen nicht geplant ist. Bisher gibt es nur einen Versuchsabschnitt der Bundesstraße 27 in Richtung Hirschhalde. Ein weiterer Nachteil sei die kürzere Lebensdauer des lärmarmen Asphalts. Hier gehen die Experten nur von 15 bis 16 Jahren aus, statt der üblichen 20 Jahre.

Sperrung der Bahnhofsstraße

Was passiert, wenn im Falle des Falles die Bahnhofsstraße für den normalen Verkehr gesperrt werden muss? Sollte dies erforderlich werden, seien zwei Routen vorgesehen. Die eine verläuft über den Innenring, Vockenhauser -, Karlsruher -, Berliner Straße. Diese Strecke sollen 25 Prozent der Autofahrer nutzen, 15 Prozent könnten folgende Verbindung befahren: Fürstenbergring, Güterbahnhofstraße, An der Schelmengaß, Goldenbühl- und Berliner Straße. Es wird davon ausgegangen, dass die Hauptumleitungsstrecke von etwa 60 Prozent des betroffenen Verkehrs akzeptiert wird.

Die Dauer der Straßenerneuerung

Ein halbes Jahr müssen sich die Villinger auf eine nervenaufreibende Zeit gefasst machen. Hinzukommt ja beispielsweise auch die Erneuerung der Niederwiesenstraße, die fortgeführt wird. Die Sanierung der Bundesstraße werde voraussichtlich bis zum 31. Oktober dauern. Die Ausführung der Arbeiten erfolge in mehreren Bauabschnitten unter halbseitiger Sperrung der Fahrbahn. Der Verkehr aus St. Georgen in Fahrtrichtung Bad Dürrheim werde während der gesamten Bauzeit nicht beeinträchtigt. Allerdings werde es auch nicht so schnell wie üblich vorangehen: Um die Sicherheit der Arbeiter generell gewährleisten zu können, werde während der Bauphase im Baustellenbereich die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer reduziert. Während des Belagseinbaus werde im Arbeitsbereich der Asphaltiermaschine eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit auf 20 Stundenkilometer erfolgen.