Eine chemische Reaktion aus Asche und Wasser war der Grund für die Verätzungen, die mehrere Gläubige beim Aschermittwochs-Gottesdienst in der St. Hilarius-Gemeinde in Weilersbach durch das Auftragen eines Aschekreuzes erlitten hatten. Das geht aus der Untersuchung eines externen Labors hervor, das die Ergebnisse nun, gut drei Monate nach dem Vorfall, der Polizei mitgeteilt hat. "Der Pfarrer hatte die Asche mit Weihwasser gesegnet, durch die Vermischung des Wassers mit der Asche kam es zu einer alkalischen Reaktion", so Dieter Popp, Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen.

Es entstand eine Mischung mit einem PH-Wert, der rund doppelt so hoch ist, wie der von der Haut. Beim Auftragen kam es so zu leichten Verätzungen. Gegen den zuständigen Pfarrer, Alexander Schleicher, ermittelt nun laut Popp die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung. Routinemäßig, wenn man so will. Eine Anzeige von den betroffenen Personen liege nicht vor, so Popp. Er bezweifelt auch, dass in diesem Zusammenhang überhaupt Fahrlässigkeit bestehe.

Denn: "Wenn ein Pfarrer eine Handlung vornimmt, die er schon immer macht, ist es fraglich, ob er hätte wissen können, dass das passiert", sagt Popp. Damit rechnen zu können, dass etwas passiert, ist jedoch rechtlich gesehen die Voraussetzung für den Vorwurf der Fahrlässigkeit. Das Verfahren gegen den Pfarrer, so Popp, werde darum wohl am Ende eingestellt werden.

Auch beim Erzbistum Freiburg hat der Vorfall Wellen geschlagen. "Unser Justiziariat sieht dringenden Handlungsbedarf", sagt Michael Hertl, Pressesprecher des Erzbistums Freiburg. "Um mögliche chemische Reaktionen in Zukunft zu verhindern, soll das Vermischen der Asche mit Wasser ab sofort verboten werden." Es stünden zwar noch interne Prüfungen an, er gehe aber davon aus, dass die Gemeinden zeitnah mittels des Amtsblatts über diesen Schritt informiert werden.