Die schlimmen Befürchtungen der Anglergesellschaft Villingen haben sich bestätigt. Arbeit von drei Jahren „geht den Bach runter“, sagt Christian Föhrenbach. Denn trotz guter Zusammenarbeit mit den Behörden und mehrerer Untersuchungen der Brigach ist die Ursache für das Fischsterben weiter unklar. Die Angler geben nicht auf, weitere gemeinsame Maßnahmen sollen Licht ins Dunkle bringen. Und die Angler beobachten die Brigach weiterhin.

Anfang Juli hat die Anglergesellschaft Villingen eine Bestandskontrolle mittels Elektrobefischung durchgeführt. Mitarbeiter des Stadtbauamtes VS waren als Beobachter während der Kontrollbefischung ständig vor Ort. Gefischt wurde an mehreren Flussabschnitten an der Brigach: im Groppertal, am Kirnacher Bahnhof und am Inselparkhaus bis Wilhelm-Binder-Str.

Bereits 2013 fand ein großes Fischsterben in der Brigach statt. Seit Ende 2013 haben die Villinger Angler mit großer Anstrengung den Wiederbesatz betrieben. Beim E-Fischen im Jahr 2015 konnten die ersten Erfolge des Wiederaufbaus des Fischbestandes verzeichnet werden.

"Klar erkennbar ist," so das Fazit der Anglergesellschaft, "dass durch das ungeklärte Fischsterben seit März diesen Jahres die Artenvielfalt des Fischbestandes im Pachtbereich unseres Vereins sehr gelitten hat." Im Groppertal, so Föhrenbach weiter, sei der Bestand an Kleinfisch- und Weißfischarten so gut wie ausgelöscht. Im Jahr 2015 war dort das Ergebnis noch erheblich besser.

Vereinzelt wurden zwar bei der Bestandsaufnahme Fische gefunden, vermutet wird hier allerdings, dass viele der Fische aus den einmündenden Bächen wie beispielsweise Röhlinbach und Breitbrunnenbach stammen. Sie sind wohl aufgrund der Fischbestandslücken in der Brigach aus ihren Stammgewässern abgewandert.

<p>Nach dem ersten Fischsterben haben die Angler mit viel Einsatz den Fischbestand in der Brigach wieder belegt: Hier setzt Gewässerwart Tilo Päßler Brutboxen mit den neuen Bachforellen- Eiern aus. Bild: Hugel</p>

Nach dem ersten Fischsterben haben die Angler mit viel Einsatz den Fischbestand in der Brigach wieder belegt: Hier setzt Gewässerwart Tilo Päßler Brutboxen mit den neuen Bachforellen- Eiern aus. Bild: Hugel

| Bild: Hugel

Klar erkennbar ist, dass ein gravierender Unterschied des Fischbestandes zwischen oberhalb und unterhalb des Kirnacheinlaufs besteht. Die Einmündung der Kirnach sorgt zeitweise für eine Verdünnung des Brigachwasser im Verhältnis fast von eins zu eins. Leider wirkt sich hier die Ebbe und Flut durch den Schwallbetrieb des Wasserkraftwerkes in Unterkirnach sehr negativ aus auf die Gewässer aus. Oberhalb des Einlaufs deckt sich das Ergebnis mit den Werten aus dem Groppertal. Unterhalb der Einmündung wurden auch wieder mehr Klein- und Weißfischarten gefunden.

Im Stadtgebiet Villingen / Inselhof fällt auch ein starkes Absinken des Kleinfischbestandes auf. Vor allem betroffen sind die Elritzen. Außerdem ist ein erheblicher Rückgang beim Äschenbestand im Vergleich zu 2015 zu verzeichnen.

Das Fischsterben

Ende März 2016 wurden erste tote Fische in der Brigach im Bereich Groppertal bis Stadtgebiet Villingen/Kurgarten gefunden. Bereits zuvor haben die Angler aus St. Georgen tote Fische in ihrem oberhalb gelegenen Brigachabschnitt entdeckt. Bis Mitte Mai 2016 wurden immer wieder tote und beeinträchtigte Fische von den Villinger Anglern gefunden. Betroffen waren alle in der Brigach vorkommenden Fischarten. Starke Niederschläge und sehr hoher Wasserstand der Brigach erschwerten immer wieder die Suche nach toten Fischen. Seit Mitte Mai sind keine Auffälligkeiten mehr an der Brigach entdeckt worden.