Trotz Kälte und Schnee fanden sich am Wochenende rund 100 Besucher zunächst in der Pauluskirche und anschließend in der St. Konradskirche für die zweiteilige Eröffnung einer ganz besonderen Kunstausstellung ein. Jedes der 33 ausgestellten Bilder entstand aus zwei Hälften, gemalt von Patienten der Nachsorgeklinik Tannheim und dem Hegau-Jugendwerk Gailingen. So ergaben sich Werke, die das Leben jeweils zweier Menschen widerspiegeln. Musikalisch sorgte ein gemeinsamer und stimmgewaltiger Auftritt des Jungen Chors St. Ursula und des Mädchenchors Rottweil unter der Leitung von Andreas Puttkammer für Unterhaltung.

Thomas Weber von der Paulusgemeinde zeigte sich von den Kunstwerken überwältigt. „Als ich die Bilder zum ersten Mal betrachtete, war ich sehr beeindruckt“, sagte er. „Kirchen sind oft gut geeignete Räume für Kunst. Aber hier geht es um mehr.“ Jeder Patient habe sich im eigenen Bild ausgedrückt, um das eigene Schicksal mit den Menschen zu teilen. „Ich finde das kostbar.“ Kirche sei eben nicht nur Gottesdienst, sondern auch Kunst, Musik, Kultur und vor allem Gemeinschaft.

Auch die zahlreichen Gäste zeigten sich von den Kunstwerken berührt. „Es ist sehr beeindruckend, ein Stückweit die Lebensgeschichte der Patienten zu sehen“, sagte Martin Borchert aus Unterkirnach. Dabei falle ihm besonders die große Hoffnung und die lebensbejahende Art auf.

Ähnlich äußerte sich Heide Seitler aus Villingen. „Junge Menschen, die mit einem schweren Schicksal belastet sind, lernen, das mit Farbe auszudrücken. Das ist wunderbar.“ Sie hätte sich gewünscht, dass es so etwas schon viel früher gegeben hätte. Ebenso positiv äußerte sich die Villingerin Felicitas Willmann. „Kunst ist etwas, das jeden einzelnen verbindet“, meinte sie dann auch.

Noch bis Dienstag, 8. März, gibt es die Gelegenheit eine oder beide Hälften der Kunstausstellung zu sehen. Die Paulus- und die St. Konradskirche sind immer montags, mittwochs und freitags, von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.