Wer kennt das nicht: Eben hat man den angefallenen Plastikmüll in die Tüte gepackt und ehe man sich versieht, reißt die Tüte ein. Also einen zweiten Gelben Sack aushilfsweise über den ersten stülpen. Problem gelöst.

Nicht ganz. Dass diese Lösung nicht im Sinne des Erfinders steht, leuchtet unvermindert ein. Das Abfallwirtschaftsamt des Landkreises will endgültige Abhilfe schaffen und kündigte, nach erfolgreichen Verhandlungen an, dass ab Mai Gelbe Säcke besserer Materialqualität verwendet werden sollen.

Ein notwendiger Schritt, meinen einige Bürger, die der SÜDKURIER zu dem Thema reißfesterer Gelber Sack befragt hat. Dennoch meinen viele, der Schritt gehe noch nicht weit genug: Einige regen die Verwendung biologisch abbaubarer Plastiksäcke an oder sprechen sich sogar für gesonderte Plastikmülltonnen aus.

Hanna Völkle (21) aus Hüfingen: "Auf der einen Seite ist es gut, dass der Gelbe Sack jetzt reißfester ist. Ich musste manchmal eine zusätzliche Plastiktüte verwenden, das entfällt jetzt. Auf der anderen Seite wird zur Herstellung der Tüten nun mehr Plastik verwendet. Das sehe ich nicht als Fortschritt."

Christoph Adams (58) aus Schwenningen: "Durch die widerstandsfähigeren Säcke sehe ich keinen dahingehenden Nachteil, dass Leute nun vermehrt sonstigen Müll in den Säcken entsorgen könnten. Besonders, wenn man die Säcke über eine Standvorrichtung stülpte, rissen die Vorgängersäcke oftmals ein. Ich finde zudem, dass es Tüten mit mehr Fassungsvermögen und damit größerer Öffnung bedarf."

Hannah Häfner (17) aus Bad Dürrheim: "Ich fand es nicht weiter schlimm, dass die Tüten manchmal einrissen. Jetzt wieder auf Tüten zu setzen, die reißfester sind, dafür aber mehr Plastik benötigen, ist falsch. Ich wäre für die Verwendung von biologisch abbaubaren Säcken."

Suse Epperlein (46) aus Villingen: "Ich habe mich öfters darüber geärgert, dass die Gelben Säcke so leicht einrissen oder Löcher bekamen. Deshalb finde ich die Verwendung der neuen Gelben Säcke sehr gut. Damit einhergehende Umweltbeeinträchtigungen oder sonstige Missbrauchsgefahren sehe ich nicht."

Selina Lauroth (18) aus Villingen: "Die neuen Gelben Säcke finde ich gut, denn der befüllte vorige riss beim Tragen sehr schnell ein. Besser fände ich, wenn biologisch abbaubare Plastiksäcke verwendet würden."

Robert Zwing (25) aus Pfaffenweiler: "Gut, dass der neue Gelbe Sack stabiler ist. Der vorige riss sehr schnell, wenn man ihn über einen Aufsteller stülpte. Alternativ zu der Verwendung Gelber Säcke sollte man über die Einführung eines gesonderten Mülleimers für Plastik nachdenken."

Tsion Hailemariam Keno (31) aus Schwenningen: "Treffendere Bezeichnung des bisherigen Gelben Sacks wäre Gelbes Tütchen gewesen. Biologisch abbaubare Tüten wären eine sinnvolle Alternative, noch besser wäre wenn es extra Mülleimer für Plastik gäbe."

Andreas Woitzik (50) aus der Schweiz: "Je länger man darüber nachdenkt, desto unausgegorener ist das ganze System um die Entsorgung des Plastikmülls. Nicht einmal ein zwölfjähriges Kind würde wohl auf den Gedanken kommen, der ganzen Bevölkerung diese Plastiktüten aufzuzwingen."