Es war die Überraschung des Abends bei der Jahreshauptversammlung der Glonki-Gilde im Fidelisheim. Beim 15. und letzten Tagesordnungspunkt ging Glonkivatter Günther Reichenberger mit einem bunten Blumenstrauß in den Saal und nahm Ulrike Heggen unter tosendem Applaus und stehenden Ovationen mit auf die Bühne, um sie zur neuen Glonkimotter zu ernennen. Seit 2003, nach Elfriede Holzmann, gab es keine Glonkimotter mehr. „Als ich Ulrike fragte, ob sie meine Glonkimotter werden möchte, war sie Feuer und Flamme“, so Reichenberger, der nun nicht mehr als blauweißer Single auf die Fasnet gehen muss. „Dieses Amt mit der schweren Kette ist eine riesen Aufgabe. Das ist mir bewusst, und ich habe mir so meine Gedanken darüber gemacht“, so Heggen und berichtete in Reimen über ihre Glonkigeschichte, die am 11. November 1984 begann. Mit der Fasnet in der Innenstadt groß geworden, ging sie als junges Mädel zu den Trommlerwiebern. „Mensch, gang zu de Wieber, die mache Krach“, war ihre Motivation, und das mache ihr noch heute am meisten Spaß. „Wie sind alle aus gleichem Holz, und eure Glonkimotter zu werden, das macht mich schon stolz“, so Heggen zur Glonkifamilie, neben einem genauso stolzen Glonkivatter.

Nach dieser gelungenen Überraschung sind die vorangegangenen Regularien, die jede Jahreshauptversammlung beherrschen, fast in den Hintergrund geraten. Die zahlreichen Aktivitäten der einzelnen Abteilungen, der sehr positive Kassenabschluss mit einem satten Plus, sowie einem humorvollen Kassenprüfungsbericht von Joachim Glökler. Da fiel es auch Bertold Ummenhofer, in Vertretung von Oberbürgermeister Jürgen Roth, nicht schwer, die Entlastung des Vorstandes vorzuschlagen.

Dass bei den Glonkis alles rund läuft, war auch bei den Wahlen zu erkennen. Wahlleiter Ummenhofer hatte es leicht: Keine offenen Posten, trotz Erweiterung des Vorstandes, und alle Kandidaten wurden einstimmig gewählt, beziehungsweise wiedergewählt. Die Besonderheit in diesem Jahr: Durch eine Satzungsänderung wurde der komplette Vorstand neu gewählt und der Elferrat, sowie der Große Rat, neu bestellt.

Die bisherigen Amtsträger wurden alle wiedergewählt. Neu im Vorstand ist Miriam Uhrig als zweiter Griffelspitzer (laut Satzung gibt es nur männliche Amtsbezeichnungen) und Andreas Fleig als zweiter Säckelmeister. Neu in den Elferrat wurde Bernd Armbruster bestellt und in den Großen Rat Tanja Böhm, Mathias Ketterer, Steve Kuschal, Daniel Oberle und Michael Walther.

Bei den Glonkis, mit 1988 Mitgliedern, stehen jedes Jahr zahlreiche Ehrungen von fünf Jahren aktive Mitgliedschaft bis zu 60 Jahren Mitgliedschaft an. Seit 60 Jahren ist Karl Kuolt schon bei den Glonkis und konnte aus gesundheitlichen Gründen seine Ehrung nicht entgegennehmen. Wegen ihrer großen Verdienste in der Glonki-Gilde wurden die ausscheidenden Räte Bernhard Armbruster und Tino Mahler mit Orden ausgezeichnet und zu Ehrenräten ernannt.

Alles in allem sind die Glonkis bestens aufgestellt und bereit für die Fasnet 2020, wenn auch die seit 1999 im Dienst stehende Lok aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr am Umzug mitfahren wird.