Unerwarteter Ausgang einer mit Spannung erwarteten Sitzung des Technischen Ausschusses: Eigentlich sollte unter Punkt 14 der Start für das Bebauungsplanverfahren eingeläutet werden, um eine etwa 4,3 Hektar große Wiese in Baufläche umzuwandeln. Etwa 20 Anwohner aus dem Villinger Kurgebiet waren extra in die Sitzung gekommen. Ohne Angabe von Gründen setzte Baubürgermeister Detlev Bührer jedoch den Punkt von der Tagesordnung ab.

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Den anwesenden Besuchern stand gestern Abend die Überraschung ins Gesicht geschrieben. „Wie geht es weiter“, wollten sie wissen. Der Punkt werde frühestens in einer Dezembersitzung wieder beraten, erklärte Bührer. Weiter wollte er sich nicht äußern. Die Besucher mussten unverrichteter Dinge gehen – eine Anwohnerin beklagte noch „fehlende Transparenz“ bei dem Verfahren. Damit dürfte sie die Gemütslage vieler Mitstreiter getroffen haben, denn die fühlen sich angesichts fehlender Informationen überfahren.

Überrascht sind die Anwohner aus dem Kurgebiet, dass der Start des Bebauungsplans ohne Diskussion ausgesetzt wird.
Überrascht sind die Anwohner aus dem Kurgebiet, dass der Start des Bebauungsplans ohne Diskussion ausgesetzt wird. | Bild: Hauser, Gerhard

Was war passiert? Schon am Morgen sickerte durch, dass nicht alle Stadträte mit der Form der Bebauung zwischen dem früheren Hotel Bosse und der Parkresidenz am Germanswald – vor allem dem dreigeschossigen Bau für Mehrfamilienhäuser, in denen Mietwohnungen entstehen sollen – einverstanden waren.

Die Stadtverwaltung wollte jedoch eine Absetzung des Punktes verhindern, um schnell in das Verfahren einsteigen zu können. Als Kompromiss wurde daher eine neue Variante vorgelegt: Die Stadträte sollten jetzt noch nicht über die Form der Häuser entscheiden, sondern nur darüber, dass mit dem Planverfahren gestartet werden soll. Doch nach SÜDKURIER-Informationen wurde in der nichtöffentlichen Sitzung der Antrag auf Absetzung gestellt, dem stimmte eine Mehrheit zu.

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Einige Stadträte der bürgerlichen Parteien CDU und Freie Wähler sind wohl nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung des alten Kurparks, aber sie sollte dem „Kurgebiet entsprechen“, wie sich einer im Vorfeld ausdrückte. Und das sei nach bisherigen Planungen nicht der Fall.

Wenig Informationen im Vorfeld

Die Stadtverwaltung plante nicht nur 24 Einfamilienhäuser auf diese große Wiese, sondern auch Wohnraum für 150 Mietwohnungen. Damit wäre Platz für etwa 500 Menschen entstanden. Dagegen hatte sich in den vergangenen Tagen einiger Protest im Kurgebiet geregt. Für Kopfschütteln hatte vor allem gesorgt, dass die Anwohner über das Projekt im Vorfeld überhaupt nicht informiert worden waren.