Wer in diesen Tagen mehr schlecht als recht mit seinem Auto über die Richthofenstraße geholpert ist, dem hat Stadtrat Werner Ettwein (Freie Wähler) am Dienstagabend vielleicht aus der Seele gesprochen, als er am Ende der Sitzung des Technischen Ausschusses dann doch noch einmal von Bauamtsleiter Ulf Millauer wissen wollte, wie das denn jetzt eigentlich sein könne, dass die Straße nach monatelanger Bauzeit noch so aussehe, wie sie eben aussehe. Und Millauer hatte in der Tat eine für alle Seiten befriedigende Antwort parat: "Es stehen noch weitere Baumaßnahmen an", sagt er. Die Straße jetzt zu sanieren, hätte nichts gebracht, da sie noch mindestens zweimal aufgerissen werden müsse.

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Im Frühjahr 2019 werden zunächst die Arbeiten in der Waldstraße bis zur Kreuzung an der Richthofenstraße weitergeführt. "Dann muss die Straße noch mal aufgemacht werden", so Millauer. Außerdem wird von der Richthofenstraße aus auch ein Teil des neuen Verwaltungsbaus auf dem ehemaligen Kasernengelände Mangin erschlossen werden. Die Straße muss also erneut aufgerissen werden. "Der endgültige Ausbau der Straße erfolgt erst, wenn das alles fertig ist", so Millauer. "Das wird frühestens übernächstes Jahr der Fall sein."

Dass sich der ein oder andere verwundert die Augen gerieben hat, als er das erste Mal über die "neue" Richthofenstraße gefahren oder besser geholpert ist, kann man bei der Stadt zwar verstehen – "gut möglich", sagt Oxana Brunner, Pressesprecherin der Stadt, "dass es den Leuten nicht so bewusst gewesen ist, dass die Baustelle nicht zur Straßensanierung eingerichtet wurde" – dennoch ist dort klar: "Die Straßensanierung war nie ein Teil der Maßnahme. Es war immer klar, dass nur der Kanal gemacht wird."

Wenn sich irgendwann das Gelände um das Mangin-Gelände entwickle, das Verwaltungsgebäude und das Parkhaus sowie die geplanten Wohngebäude erschlossen seien, dann werde auch die Richthofenstraße saniert werden. "Erst mit dem neuen Stadtquartier wird die Straße neu gemacht", so Brunner. 600 000 Euro sind dafür bereits heute im Haushalt für das Jahr 2020 eingestellt.

Hätte man jetzt 100|000 Euro investiert und die Straße einigermaßen gemacht, dann hätte man sie danach wieder aufreißen müssen. "Das hätte sich finanziell nicht gelohnt", so Baubürgermeister Detlev Bührer. Auch andere, kurzfristige Lösungen, wie beispielsweise eine zwei Zentimeter dicke Kaltasphaltmischung aufzutragen, hätten nichts gebracht. "Die Straße ist in einem so schlechten Zustand", so Bührer, "dass man sie nur neu machen konnte".

Ein Satz, der nicht nur für die Richthofenstraße gilt. Ebenfalls angesprochen wurde in der Sitzung dann auch noch die Sanierung der Bertholdstraße, sowie die Maßnahmen an der Saarlandstraße. In beiden Straßen finden derzeit lediglich akute Maßnahmen statt, die allein die Verkehrssicherheit erhalten sollen. Eine grundlegende Sanierung der Bertholdstraße werde, so Millauer, 2020 erfolgen, da im kommenden Jahr erst einmal die Niederwiesenstraße saniert werde und nicht beide Stadteinfahrten gleichzeitig gesperrt werden könnten.

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