Sechs Wochen lang gehörte das Kneippbad zu einem der beliebtesten Plätze in Villingen-Schwenningen. Seit Sonntag ist das Villinger Freibad wieder in der Winterruhe. Und trotz der verspäteten Eröffnung (am 28. Juli, also gut sechs Wochen später, als ursprünglich geplant), ist Bäderbetriebsleiter Jerome Chapus zufrieden mit dem Ergebnis: „Es war zwar eine verkürzte, aber eine tolle Freibadsaison. An allererster Stelle steht für uns, dass es keinen Badeunfall gab. Und mit den Besucherzahlen sind wir zudem vollauf zufrieden", so Chapus im Rahmen einer Presseerklärung der Stadtwerke. Während der diesjährigen Sommersaison haben demnach 23 764 Personen das Kneippbad besucht.

Im entsprechenden Vergleichszeitraum (Juli und August) waren es 2017 insgesamt 16 910 Besucher, 25 357 waren es 2016. In einer normalen Saison kommen schon mal bis zu 45 000 Gäste ins Kneippbad. Bäder-Geschäftsführer Ulrich Köngeter ist dennoch zufrieden, er betont in der Pressemitteilung: „Es war während der Bauphase ein Kraftakt für uns, das Kneippbad überhaupt soweit fertig zu bekommen, dass wir in diesem Sommer eröffnen konnten. Schön, dass das Wetter mitgespielt hat und die Bevölkerung von Villingen-Schwenningen das Bad gut angenommen hat und fast durchgängig die Sommerferien im Kneippbad verbringen konnte.“

Laut den Stadtwerken sei das neue Kneippbad von den Badegästen überwiegen positiv aufgenommen worden. „Wir haben viel Lob und positive Rückmeldungen erhalten. Dafür bedanken wir uns herzlich“, so Ulrich Köngeter. „Das bestätigt uns in unserer Planung und Umsetzung, in die wir seit über einem Jahr sehr viel Herzblut und jede Menge Nerven investiert haben. Auch für uns war die Bauphase mit den vielen bösen Überraschungen kein Zuckerschlecken.“ Trotz der vielen erfreuten Badbesucher sei jedoch auch stellenweise Kritik laut geworden. „Wir sind offen und nehmen die Kritik gerne an“, so Köngeter. „Was möglich und im Rahmen ist, werden wir bestmöglich umsetzen.“ So habe man beispielsweise einen zusätzlichen Parkplatz an der Kreuzung Peterzeller/Kirnacher Straße geschaffen werde für das nächste Jahr dem Wunsch nach einer Saisonkarte nachkommen. "Wir werden für die Saison 2019 erstmals eine Saisonkarte auflegen. Details werden wir im kommenden Jahr bekannt geben“, so Ulrich Köngeter.

Manch andere Wünschen könnten jedoch nicht so einfach erfüllt werden, so Köngeter. Hierzu zähle der immer wieder geäußerte Wunsch nach einer Rutsche. Wenn man eine Rutsche bauen wolle, müsse diese in ein eigenes Becken führen. Hieraus resultieren zusätzliche Bau-, Wartungs- und Personalkosten, die im hohen sechsstelligen Bereich liegen würden. „Eine Planung dafür gibt es jedoch nicht“, so Ulrich Köngeter. „Priorität hatte die Modernisierung des Bestands.“

Auch der Hochwasserschutzwall – ein weiterer Kritikpunkt für viele Besucher – wird in der Pressemitteilung angesprochen. „Wir mussten uns beim Bau an die gesetzlichen Vorschriften halten“, so Köngeter. „Daher waren wir gezwungen, den fünf Meter langen Abstand zum Brigachufer einzuhalten.“

Ebenfalls oft bemängelt wurde die „Schattensituation“ im Kneippbad. Bäderbetriebsleiter Jerome Chapus nimmt dazu wie folgt Stellung: „Wir haben lediglich bei den Ballspielfeldern im rückwärtigen Bereich einen Viererkranz Bäume entfernen lassen, da dieser marode war und eine Gefahr für die Badegäste ausgegangen wäre, hätten wir die Bäume in diesem Zustand so belassen. Ansonsten haben wir keine Schattenspender entfernt.“ Möglicherweise sei den Badegästen aufgefallen, dass die fünf Schirme, die bislang an der Stelle standen, an der sich die Baustraße befindet, fehlen. „Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Schirme im kommenden Jahr wieder an ihrem ursprünglichen Platz aufgestellt. Ab der nächsten Freibadsaison werden sie wieder zur Verfügung stehen.“ Im Herbst sollen nun zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Jerome Chapus ergänzt: „Ab der Saison 2019 steht den Besuchern auch wieder die Liegewiese hinter dem Mühlenkanal zur Verfügung, hier werden die alten, hohen Bäume bestimmt auch ausreichend Flächen mit Schatten spenden.“

Auch das Plastikgeschirr sei mitunter kritisiert worden. „Wir haben Gründe, weshalb es kein Glas- und Porzellangeschirr mit Pfandsystem gibt“, so Jerome Chapus. „Der BVS obliegt die Verkehrssicherungspflicht in den Bädern. Wenn einem Badegast Glas oder Porzellan auf den Steinboden hinabfallen und zerbersten, bleiben oft minimale Splitter, an denen sich die Badegäste die Fußsohlen verletzten können. Oft hilft das penibelste Aufkehren der Scherben nicht und winzige Splitter bleiben zurück.“ Bei der Ausgabe der Glasflaschen im Kiosk würden die Badegäste auch gebeten, den Weg zum Liegeplatz über die Wiesenfläche zu nehmen, so dass die Gefahr von Scherben gemindert würde.

Auch dem Wunsch nach ausgewiesenen Raucherbereichen könne das Team der Bäder-VS nicht so einfach nachkommen. "Unser Bäderteam kann es nicht leisten, zu kontrollieren, ob auch außerhalb eines solchen Bereichs geraucht wird. Und welche Möglichkeiten der Sanktionierung blieben uns bei Nichteinhaltung?“, so Chapus.

Die erste Saison im modernisierten Kneippbad ist nun vorbei. Nach Angaben der Stadtwerke soll sich die Optik im kommenden Jahr noch verändern. Denn manche Beete würden noch bepflanzt, der Bauzaun wird 2019 verschwunden und die Wiese begrünt sein. „Wir freuen uns auf die nächste Freibadsaison und bedanken uns im Rückblick 2018 ganz herzlich bei den Besuchern für ihr Verständnis für den kurzfristigen Baulärm und die verkürzte Badesaison. In den kommenden Jahrzehnten können sich die Badegäste dann wieder pünktlich Ende Mai in die erfrischenden Fluten des Kneippbads stürzen“, so Ulrich Köngeter.