Nach dem großen Erfolg der 2017 erstmals durchgeführten Trauermetten in der Klosterkirche gibt es eine Neuauflage mit einem anderen Konzept: Liturgischer und künstlerischer Text, Musik und Bildende Kunst treten in einen Dialog. Eine Inspiration für das diesjährige Motto „Wie liegt die Stadt so wüst“ seien die Bauarbeiten in der St. Ursula-Schule gewesen, wo immer umgebaut wird. Der Titel ist der Motette von Rudolf Mauersperger zu den Klageliedern des Propheten Jeremia entnommen. Die Gestaltung der Trauermetten liegt in den Händen des Theologen Markus Kreutz, des Künstlers Axel Heil und des Musiklehrer Matthias Eschbach.

Der Altar in der Klosterkirche ist schrittweise verhüllt worden: „Dass was nicht da ist, wird einem bewusster“, erläutert er. Hinter durchsichtig-milchiger Baufolie ist der Altar verschwunden, zu sehen sind 16 eindrucksvolle Aquarelle Heils, ein Meter breit, zwei Meter hoch, die Altarfragmente, in violett gemalt, zeigen. „Violett ist die liturgische Farbe für diesen Zeitraum“, so Heil. Die Bilder sind mit Wachs beschichtet und gebügelt. Axel Heil hat seinen Beitrag „de-konstruiert / re-konstruiert“ benannt. Sie sind ursprünglich für die St. Peter-und-Paul-Kirche in Dürbheim entstanden. Doch die barockisierenden Elemente des Altars, die Säulen und Kerzenständer gleichen frappierend den entsprechenden Elementen in der Klosterkirche St. Ursula. Mehr als sieben Stunden hat der Aufbau gedauert. Heil will durch die Präsentation des Verhüllten das Bewusstsein des Betrachters schärfen, darüber zu reflektieren, was er wahrnimmt und auf welche Weise er wahrnimmt. Die Verhüllung des Altars in der Fastenzeit ist eine Praxis, die Heil vom Brauch der mittelalterlichen Hungertücher übernommen hat. Die Besucher am Karsamstag erleben den Altar dann in einer neuen Form, er wird nach der ersten Trauermette stückweise wieder enthüllt. "Das ist Teil des Konzepts", so Markus Kreutz.

"Die Trauermetten sind in der Form des Stundengebets aufgebaut", erklärt Markus Kreutz. Es gibt die charakteristischen Gesänge und Psalmen und natürlich die Motette von Rudolf Mauersberger „Wie ist die Stadt so wüst“, die er unter den Eindrücken der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg nach Texten aus den Klageliedern Jeremias für den Dresdner Kreuzchor komponiert hat. Vorgetragen wird sie von einem Vokalensemble, da die Orgel ja von Gründonnerstag bis zur Osternacht schweigt. Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen von Matthias Eschbach.

Die Trauermetten

Das Wort Mette kommt von dem lateinischen (hora) matutina, Morgenstunde. Die Karmetten werden auch Tenebrae (von lat. Dunkelheit, wörtlich Schatten), Finstermette oder düstere Mette genannt. In der Klosterkirche St. Ursula finden zwei Trauermetten am Karfreitag, 30. März und am Karsamstag, 31. März statt. Beginn ist jeweils um 8 Uhr.