„Schöne Kinder“ sagt Maria Luchner. Sie ist auf ihrem täglichen Spaziergang am Ziegengehege vorbei gekommen und freut sich über den süßen Ziegennachwuchs. Die Seniorin ist eine von über 120 ständigen Bewohnern des Altenheim St. Lioba in der Villinger Südstadt. Eine Besonderheit: In St. Lioba sind nicht nur eigene Haustiere der Bewohner willkommen, es werden dort auch Besuchstiere gehalten. Neben den Ziegen gehören noch ein großer Vogelkäfig mit Sittichen sowie zwei Katzen zu den tierischen Bewohnern. Ralf Meier vom Sozialen Dienst berichtet, seiner Erfahrung nach sei für fast alle Senioren, die im St. Lioba leben oder dort in der Tagespflege sind, der Kontakt mit Tieren eine tolle Abwechslung.

Video: Silke Weidmann

Meier und seinen Kindern ist es auch weitgehend zu verdanken, dass im Lioba-Park wieder Tiere sind. Nachdem bereits 2009 ein Versuch mit Ziegen gemacht wurde, aber wieder eingestellt werden musste, stand das Ziegengehege leer. Meier erzählt: „Meine Töchter wollten unbedingt Haustiere und da das Gehege seit einigen Jahren leer stand, kam die Idee mit den Besuchsziegen auf.“ Seither kümmern sich die drei Schwestern Emma (13), Mattea (12) und Martha (10) mit Papas Hilfe um die Ziegen. Morgens und abends müssen sie gefüttert werden, das Gehege muss man sauber halten und auch über die menschlichen Streicheleinheiten der drei engagierten Kinder freuen sich die Tiere sichtlich. Emma bestätigt: „Wir machen das sehr gerne“.

Video: Silke Weidmann

So verbringt Ziege Hedwig seit nunmehr drei Jahren die Monate Mai bis Oktober im Gehege von St. Lioba. Sie kommt vom Erlebnisbauernhof Schmid in Waldmössingen, wo sie im Winter lebt. Dieses Jahr im Mai kam sie mit ihrem Ziegensohn nach Villingen, der letztes Jahr zur Welt kam. „Aber“, erinnert sich Ralf Meier, „sie war irgendwie anders und wir haben schon gerätselt, ob sie trächtig sein könnte.“ Tatsächlich kamen dann am 27. Juli im Villinger Gehege die zwei kleinen Ziegen Harry und Heidi auf die Welt. Das ist ungewöhnlich, da Ziegen normalerweise im Frühjahr Junge bekommen. Umso größer war die Freude – bei Meiers Kindern und bei den Bewohnern.

Video: Silke Weidmann

Die laufenden Kosten für die Tiere werden inzwischen komplett durch den Förderverein St. Lioba übernommen. Aufgrund des großen Erfolgs bei den Bewohnern, gibt es durchaus Überlegungen, noch weitere Tiere anzuschaffen. Unterstützer und neue Mitglieder im Förderverein sind daher jederzeit willkommen. Das Ziegengehege ist von der Roten Gasse aus frei zugänglich. Ralf Meier und seine Kinder haben nichts dagegen, wenn auch mal Besucher von außen nach den Ziegen schauen. Aber er betont: „Bitte auf keinen Fall füttern, das ist für die Tiere lebensgefährlich.“

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