Die Villinger Bauern ernten die Äcker schon Ende Juli ab, VS-Behörden planen ein Grillverbot wegen Waldbrandgefahr, die Villinger Feuerwehr muss zum Blumengießen ausrücken. Ist das der Sommer, an den sich die Schwarzwald-Baar-Kreis-Bürger gewöhnen müssen? Oder handelt es sich dabei um ein Klimaphänomen, das nicht weiter beunruhigend ist?

"Wir haben tatsächlich einen extrem warmen Sommer", sagt Stefan Zender von der Prognose-Institution Wetterkontor. "Schon seit April sind die Monate überdurchschnittlich warm. Das ist eine außergewöhnlich lange Phase." Der August habe laut dem Meteorologen im Landkreis seinen Mittelwert um 7,2 Grad überschritten. "Das könnte sich aber noch einpendeln, der August hat ja erst angefangen", sagt Zender. Im Vergleich zum Supersommer 2003 seien die Werte 2018 ähnlich.

Bei einer SÜDKURIER-Umfrage wird deutlich: Viele haben den Eindruck, dass es immer wärmer wird. Wer sich auf den Straßen umhört, merkt schnell, dass das Thema die Stadt beschäftigt. "Natürlich ist da der Klimawandel dran schuld", sagt Karin Kuttruff. Auch der Bürger könne sich für das Klima und die Umwelt einsetzen. "Das fängt schon bei der Erziehung an. Eltern sollten ihren Kindern beibringen, dass sie nicht ihren Müll irgendwo liegen lassen", sagt die Villingerin. Sie selbst achte darauf, keine unnötigen Strecken mit dem Auto zu fahren. "Wir müssen auch bewusster einkaufen. Ich verwende zum Beispiel keine Plastiktüten mehr", sagt sie. Allerdings sei es schwierig, bei den Verpackungen den Plastikmüll zu reduzieren.

Reiner Glatz sieht vor allem die Politik in der Verantwortung und ärgert sich: "Es ist gar kein Bewusstsein für die Thematik da. Die Politiker reden lieber über Asylbewerber. Andere Themen werden einfach ignoriert." Im Vergleich zu anderen Ländern sei Deutschland als Umweltsünder noch harmlos. Bei seinem Urlaub in den USA habe er festgestellt, dass sich dort niemand für den Klimaschutz interessiere. "Überall wird Plastik angeboten: Tüten, Verpackungen, Einwegbecher. Hinzu kommen die großen Autos und die vielen Klimaanlagen", sagt der Niedereschacher.

Ihren Teil zum Klimaschutz trägt Susanne Rekla bei: "Ich fahre gar kein Auto mehr", sagt sie. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreiche sie alles. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel seien in der Region gut ausgebaut. "Wenn ich einkaufen gehe, hab ich außerdem immer meine eigene Tasche dabei. So bin ich nicht auf Plastiktüten angewiesen", sagt Rekla.