Ohne große Diskussion hat der Technische Ausschuss gestern Abend einstimmig dem Bebauungsplan für die Wohnbauung auf dem ehemaligen Villinger Klinikgelände zugestimmt. Wenn der Gemeinderat nächste Woche diesem Beispiel folgt, steht der Umsetzung des größten Wohngebietes in Villingen seit vielen Jahren formell nichts mehr im Wege.

Die im Bebauungsplanverfahren vortragenen Stellungnahmen von Behörden, öffentlichen Versorgungsunternehmen und Naturschutz-Verbänden zu dem Großvorhaben gaben im Technischen Ausschuss keinerlei Anlass zu Kritik und Diskussionen. Lediglich kleinere Anmerkungen kamen von Renate Breuning (CDU) und Bernd Lohmiller (SPD). Breuning bemängelte, dass die Wiederherstellung des Gehwegs nach Leitungsarbeiten an der Vöhrenbacher Straße miserabel erfolgt sei. Die beauftragte Baufirma müsse hier nachbessern. Erich Hargina vom Stadtbauamt stellte fest,

dass die Baumaßnahmen noch nicht abgeschlossen seien und noch eine Bushaltestelle hergerichtet werden müsse. Wenn dies erfolgt sei, werde auch der Gehweg wieder ordentlich hergestellt. Stadtrat Bernd Lohmiller bemängelte, dass die Entwässerung des Wohngebietes über den Bau eines teuren Regenrückhaltebeckens erfolgt. Besser wäre es gewesen, dies wie im Marbacher Baugebiet Melben über eine Oberflächen-Entwässerung zu machen.

Gleichwohl empfahlen bei der Abstimmung alle Ratsmitglieder des Technischen Ausschusses dem Gemeinderat die Genehmigung des Bebauungsplans. Die örtlichen Bauvorschriften für diesen Bebauungsplan werden als Satzung beschlossen. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, die beschlossene Satzung des Bebauungsplans mit dem Namen „Wohnquartier Südstadt – Teilbereich Vorderer Friedengrund“ öffentlich bekannt zu machen.

Wie mehrfach berichtet, hat die Bauträgergesellschaft Top-Bau aus Villingen das Grundstück von der Stadt abgekauft und im vergangenen Jahr die nicht mehr benötigten Klinikgebäude abgerissen. Auf dem elf Hektar großen Gelände mit dem neuen Namen „Friedrichspark“ sollen in den nächsten Jahren in drei Bauabschnitten rund 400 Wohneinheiten entstehen. Mit den vorbereitenden Arbeiten für den ersten Bauabschnitt wurde in der vergangenen Woche bereits begonnen.

Bebauungsplan

Im Bebauungsplan legt eine Gemeinde als Satzung (Ortsgesetz) fest, welche Nutzungen auf einer bestimmten Gemeindefläche zulässig sind. Der Bebauungsplan schafft Baurecht auf einem definierten Baugrund. In der Regel besteht der Bebauungsplan aus der Planzeichnung (Teil A) und dem Text (Teil B). Nicht Teil der Satzung, aber im Rahmen des Verfahrens zwingend erforderlich ist eine Erläuterung, in der die Ziele und Zwecke der Planung dargelegt begründet werden müssen. Teil der Begründung ist auch der Umweltbericht (Bauleitplanung).