Seit vielen Jahren gelten die Europäischen Wasserrahmenrichtlinien, nach denen alle Gewässer aus ihren zum Teil kanalisierten Fließbetten befreit werden müssen. Diesen Vorgaben folgend, laufen derzeit die Planungsarbeiten für die Renaturierung des Rauhtobelbaches, des Langenmoosbaches und des Wolfsbaches. Letzterer wird auf einer Länge von 1206 Metern ein neues Bett bekommen.

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Um den neu gewählten Tannheimer Ortschaftsrat mit den Details der Planung vertraut zu machen, hatte Ortsvorsteherin Anja Keller den Abteilungsleiter Wasserwirtschaft des Amtes für Stadtentwässerung, Gewässer und Boden, Clemens Mauz, eingeladen.

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Allen Maßnahmen gemein ist die Verbreiterung der Bachläufe, die Ermöglichung des Mäandrierens sowie die Entfernung artfremder Pflanzen und Bäume. Rechts und links der Bachläufe sollen weitläufige Feuchtgebiete entstehen können. Mit der Entsiegelung der Flächen geht die Verbesserung des Selbstreinigungsvermögens sowie eine Stärkung des gewässernahen Ökosystems einher, so die Planer. Die derzeit zum Teil absolut gradlinigen, kanalartigen Bachläufe werden fürderhin durch gezielt eingebrachte Störelemente, wie zum Beispiel alte Wurzelstöcke, zum Mäandrieren, also zum Kurvenschlagen, angeregt. Von all diesen Maßnahmen versprechen sich die Planer auch eine Verbesserung des Hochwasserschutzes. Bei Sturzregen können sich die Wassermassen auf die flach ansteigenden Uferflächen verteilen und die Gefahr von reißenden Wasserströmen wäre somit gebannt.

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Am 5. November soll das Projekt im Technischen Ausschuss vorgestellt werden, danach muss die Werkplanungen in Angriff genommen werden, die wasserrechtlichen Genehmigungen eingeholt und die Zuschüsse seitens des Landes beantragt werden. Von Mai bis Oktober 2020 könnten dann der Rauthobelbach und der Langenmoosbach renaturiert werden. 2021 folgt dann der Wolfsbach. In die Arbeiten eingebettet wird dann auch die Renovierung der Wassertretstelle beim Schützenhaus.

Aus den Reihen der Bürgerschaft wurde die mögliche Einwanderung von Bibern erwähnt, der ja „fleißig an der Renaturierung mitarbeitet“, wie es sarkastisch hieß. Die Experten kennen dieses Problem, stimmen sich mit den Naturschutz- und Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums ab und ergreifen naturschutzrechtlichen Maßnahmen, falls Gefahren von den Biberbauten ausgehen.