Die Villinger Katzenmusik freut sich „buchstäblich tierisch“, sagte gestern ihr Vorsitzender Dominik Schaaf. Denn: Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Stadt bei der Suche nach einem Vereinslokal meldet der neue Oberbürgermeister Jürgen Roth jetzt Vollzug. Der Fastnachtsverein kann ab 1. Juli die Altentagesstätte am Romäusturm, in der das Villinger Rote Kreuz seit 30 Jahren Seniorentreffs anbietet, als neues Vereinsdomizil nutzen.

Die Senioren werden aber keineswegs vertrieben. Die Katzenmusik will die am Spitalgarten gelegenen Räumlichkeiten renovieren und künftig gemeinsam mit der Seniorenbetreuung des Roten Kreuzes nutzen. Das soll kooperativ und „Hand in Hand“ erfolgen, bekräftigte Nicolas Mayer, der 3. Vorsitzende der Katzenmusik. Wenn in den Räumen mehr Frequenz sei, könnten beide Vereine profitieren. Vorstellbar seien zum Beispiel gemeinsame Veranstaltung des DRK-Seniorentreffs mit den Senioren der Katzenmusik. Die Katzenmusiker gehen davon aus, dass beide Nutzer mit ihren Veranstaltungen terminlich gut aneinander vorbeikommen, da die Seniorenveranstaltungen meist nachmittags stattfinden, die Narren vor allem abends tagen.

Gestern Nachmittag setzten OB Jürgen Roth und die Führungsspitze der Katzenmusik mit Dominik Schaaf, Rainer Wagner und Nicolas Mayer im Rathaus ihre Unterschrift unter den Nutzungsvertrag. Eigentümer der Räume ist der Spitalfonds, die Stadt ist die Mieterin der 280 Quadratmeter großen Tagesstätte. Die Katzenmusik will die Räume als Treffpunkt für ihre Mitglieder nutzen und damit als Ersatz für das vor rund fünf Jahren aufgegebene „Katzenstüble“ über dem Café Raben in der Oberen Straße. „Das ist ein Tag der Freude. Nach vier Jahren hartem Ringen freuen wir uns, den Mitgliedern wieder ein Vereinstreff anbieten zu können“, betonte Schaaf.

Die Vorgeschichte war für den Verein mit Frust gepflastert. Schaaf hatte lange mit dem vormaligen OB Rupert Kubon über den Erwerb das städtische Gebäude Kanzleigasse 1 (die „Alte Münze“) verhandelt, allerdings vergeblich und am Ende im Streit. Dass nun Kubon-Nachfolger Jürgen Roth binnen kürzester Zeit eine vorteilhafte Ersatzlösung gefunden hat, wurde von der Vereinsführung mit deutlicher Genugtuung quittiert. Außerdem begeistert sie die Lage der Lokalität: Das Quartier um den Romäusturm, freut sich Schaaf, werde damit noch mehr zum „närrischen Epizentrum“, da in der Nachbarschaft auch Narro- und Hexenzunft sowie die Bürgerwehr ihre Vereinsheime betreiben.

Im nächsten Schritt will die Vereinsspitze ein Nutzungskonzept aufstellen. Mit möglichst breiter Unterstützung der Mitglieder sollen sodann die Räume renoviert werden. Durch eine solche Gemeinschaftsaktion erhofft sich Schaaf auch eine Stärkung des Zusammenhalts im Verein mit seinen 2300 Mitgliedern.