Die Raumnot an der Südstadtschule hat für einige Kinder jetzt traurige Folgen: Rund 15 künftige Erstklässler musste Rektorin Erika Götz jüngst abweisen. Weil im Schulgebäude der Platz fehlt, wird es im Herbst an der Villinger Grundschule nur drei erste Klassen geben – gefüllt nahezu bis zum Klassenteiler. Unterdessen kämpfen die Eltern der Südstadtschüler mit einer Unterschriftenaktion dafür, die Realisierung des Erweiterungsbaus doch noch zu beschleunigen. Doch ihre Chancen stehen offenbar schlecht.

Die beliebte Grundschule platzt aus allen Nähten. Sämtliche Räume in dem Gebäude werden als Klassenzimmer genutzt, Fachräume hat die Bildungsstätte längst keine mehr. Abhilfe soll ein 1,2 Millionen Euro teurer Erweiterungsbau mit vier neuen Klassenzimmern schaffen, doch auf den müssen die rund 360 Schüler und ihre Lehrer noch lange warten: Erst zum Start des Schuljahres 2018/19 wird er voraussichtlich nutzbar sein. Die Eltern wollten die lange Leidenszeit allerdings nicht kampflos in Kauf nehmen. Am Tag der offenen Tür Ende Januar haben sie deswegen eine Unterschriftenaktion gestartet. Zahlreiche Mütter und Väter haben die Petition bereits unterzeichnet, sie soll in Kürze an die Stadtverwaltung übergeben werden.

Ein Erfolg der Elterninitiative scheint allerdings fraglich. Schon der nächste Schritt, der Projektbeschluss im Gemeinderat, verzögert sich. Eigentlich sollte das Gremium schon im Februar grünes Licht für das Projekt geben, nun ist Mai anvisiert. Die Verzögerung werde aber keine Auswirkungen auf den Einzugstermin in eineinhalb Jahren haben, verspricht Stadt-Pressesprecherin Oxana Brunner. Im Hintergrund, so Brunner, liefen bereits die Planungen auf Hochtouren. Erste Ausschreibungen für Ingenieurleistungen seien bereits erfolgt.

Schulleiterin Erika Götz hat der Platzmangel jüngst vor eine schwierige Situation gestellt: Sie musste künftige Erstklässler, die gerne die Südstadtschule besucht hätten, an andere Villinger Schulen verweisen. Statt vier kleine erster Klassen wird es an der Südstadtschule im Schuljahr 2017/18 drei große, volle mit bis zu 28 Kindern geben. Im aktuellen Schuljahr sind es noch vier Klassen mit Schulanfängern, im Vorjahr gab es sogar fünf. Die Schule erfreut sich seit der Auflösung der Schulbezirke 2010 weit über die Grenzen des eigenen Einzugsbereichs hinaus großer Beliebtheit.

Doch die Schule muss angesichts der Raumnot mit weiteren Einschränkungen kämpfen. So könne man keine Spätbetreuung von 16 bis 18 Uhr anbieten. Der Bedarf sei durchaus vorhanden. "Wir würden es wirklich gerne machen, aber uns fehlen geeignete Räume", klagt Erika Götz.