Die undankbaren Aufgaben obliegen eben immer noch ihm, seufzte Oberbürgermeister Rupert Kubon schon beinahe in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend, bevor er verkündete, dass an der unfallträchtigen Stumpenkreuzung die Verbindungsstraße nach Weilersbach nun doch gesperrt werden müsse. Zumindest in eine Richtung: von Obereschach nach Weilersbach.

Eine zunächst angedachte Ampelanlage, die den Unfallschwerpunkt solange entschärfen würde, bis der Landkreis dort einen Kreisverkehr baut, sei "nicht möglich". Die Kosten wären schlicht zu hoch, so Kubon. 34 000 Euro würde die Anlage mit Anschluss und Installation im ersten Jahr kosten. Im Zweiten wären es mit 20 000 Euro zwar weniger, aber immer noch zu viel. Was die Ampelanlage dort so teuer macht, ist die fehlende Stromversorgung. Leitungen gibt es dort an der Kreuzung keine, die Anlage müsste über Akkus betrieben werden. Und die müssten spätestens alle zehn Tage gewechselt werden, so Bauamtsleiter Ulf Millauer. Allein der Personalaufwand dafür wäre immens. "Das kostet ein Schweinegeld", sagt Kubon.

  • Das sagen die Fraktionen: Es müsse, davon war Dietmar Wildi (CDU) überzeugt, eine andere Lösung geben für die Ampel. "In Obereschach gibt es doch sicher Strom", sagt er. Man könne doch eine Leitung zur Kreuzung graben. Das habe man bereits prüfen lassen, erwidert Bauamtsleiter Millauer. Die Stadtwerke seien auf Kosten von 34 000 Euro gekommen. Zweiter Vorschlag von Dietmar Wildi: Solarpanels. Auch das habe man geprüft, sagt Millauer. Das Problem: Bei einer Ampel muss die Verkehrssicherheit 24 Stunden sichergestellt sein. Das wollte oder konnte jedoch keiner der Anbieter garantieren. Dann gingen auch Wildi die Vorschläge aus und Edgar Schurr (SPD) brachte das Dilemma auf den Punkt. Gewonnen habe nach dem Jahrelangen Hin und Her am Ende keiner. "Man wollte sich waschen, ohne nass zu werden. "Jetzt sind alle unzufrieden." Inzwischen, so Schurr, erinnere das Ganze schon fast an einen "Schildbürgerstreich". Ebenfalls deutliche Worte fanden die Freien Wähler, allen voran Ernst Reiser, der eine Sperrung von Anfang an konsequent abgelehnt hatten. "Wir sollen jetzt die Kastanien für den störrischen Ausschuss aus dem Feuer holen", sagt Reiser und meint den Kreistag, der vor zwei Jahren einen Kreisverkehr trotz vorheriger Mehrheit im Ausschuss abgelehnt hatte. "Wir", sagt Reiser nur, "machen da nicht mit". Am Ende wird ihnen wohl nichts anderes übrig bleiben. Die Sperrung der Straße obliegt nun allein der Verwaltung.

"Wir müssen jetzt etwas tun", hatte Kubon noch zu Beginn der Diskussion gesagt. "Der Kreis soll nicht nur die Planung machen, sondern den Kreisverkehr auch schnell umsetzen." Die Voraussetzung dafür ist, dass die Stadt nach einer Übergangslösung sucht. Die Straße in eine Richtung zu sperren sei nun einfach "sinnvoller, als nach sehr teuren Ersatzmaßnahmen zu suchen", so Kubon. "Das kostet uns nur dauerhaft viel Geld."