Aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse verzögern sich in Rietheim die Sanierungs- und Kanalbauarbeiten bei der Ortsdurchfahrt Pfaffenweilerstraße um zwei Wochen. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates bekanntgegeben. Unterirdische Leitungen lägen dem Leitungsplan nicht entsprechend zu eng beieinander, oftmals wüsste auch die Grundstückseigentümer nicht, wo die Leitungen verliefen. Die Vollsperrung soll deshalb noch bis Ende Mai anhalten.

Ein Versäumnis sei es gewesen, die innerörtliche Umleitung nicht früher für den Schwerlastverkehr zu sperren. Randsteine der Straßen hätten Schäden erlitten, es sei zu Absenkungen im Belag gekommen. Eine direkt anschließende Sanierung des Feldwegs Entenstraße auf eine Gesamtbreite von 3,5 Metern mit einer durchgängigen Asphaltierung für den Schwerlastverkehr sei nicht möglich. Zwar sei der Kostenbetrag im Haushalt eingestellt, man sei vorerst jedoch noch nicht in Besitz der notwendigen Flächen.

Bis Ende April wird das barrierefreie Bushäuschen auf der Westseite der Pfaffenweilerstraße fertiggestellt. Im Anschluss erfolgt die Fahrbahnsanierung in der Oswald-Meder-Straße.

Baumsatzung soll bleiben

Ein weiteres Thema in der Sitzung des Rietheimer Ortschaftsrates war die Baumschutzsatzung. Der Rat befürwortet nach wie vor die Existenz einer Baumschutzsatzung. Bei Erörterungen des Themas fielen 2017 und 2018 nahezu einstimmige Voten. Nun lehnt der Ortschaftratsrat mit großer Mehrheit eine Neufassung der Baumschutzsatzung auf Antrag von CDU und Freien Wählern ab. Dabei sollte der Geltungsbereich auf die zwei großen Stadtbezirke Villingen-Schwenningen beschränkt und die Teilorte ausgenommen werden. Hintergrund der erneuten Debatte ist das altbekannte Problem der Weilersbacher Linde. Acht Ratsmitglieder votierten gegen eine Herausnahme der Teilorte aus der Satzung, lediglich Martin Heine stimmte dafür.

Laut Ortsvorsteherin Gudrun Furtwängler hätte es in Rietheim nie Probleme mit Grundstückseigentümern und abgelehnten Fällanträgen gegeben. Im Gegenteil, auch in Rietheim gebe es einen durch die Satzung geschützten Baum und "man komme dem Eigentümer bei den Pflegekosten entgegen". Die Auffassung deckte sich mit einer Bemerkung von Corinne-Cathleen Jahn vom Rechtsamt, wonach in 90 Prozent aller Anfragen ein Fällantrag durch die jetzt gültige Satzung genehmigt werde.

Keine Winkelzüge wegen eines Baumes

"Wegen eines einzigen Baumes in Weilersbach einen Winkelzug zu machen, dafür habe ich kein Verständnis. Wo ist der Unterschied zwischen einem Baum in Villingen-Schwenningen oder den Teilorten", fragte Furtwängler in die Runde. Kleingrundstücke seien in der Satzung ohnehin ausgenommen, dort dürften Eigentümer große Bäume ungefragt fällen. Auch schätzten die Eigentümer den Anspruch einer kostenlosen Fachberatung zu Bäumen auf ihren Grundstücken.

Das könnte Sie auch interessieren

Erwin Halter monierte, dass bei Wegfall der Satzung die Zahl der Fällungen ohne Ersatzpflanzungen in die Höhe schießen könnte, es bedürfe eines "funktionierenden Regelwerks", welches bisher gegeben ist. Zu beachten sei auch, dass bei Herausnahme der Teilorte deren gesamte Gemarkung aus dem Regelwerk entfalle und nicht nur der Siedlungskern.

Martin Heine sieht in der Baumschutzsatzung hingegen eine Überregulierung: "Wir haben mündige Bürger, die sehr wohl wissen, wann sie einen Baum auf ihrem Grundstück zu fällen haben. Wir brauchen keine Satzung." Doch die Mehrheit stimmte für die Satzung. "Ohne diesen Problembaum in Weilersbach wäre dieser Antrag nie gestellt worden", sagt Furtwängler abschließend.