Morgens Schneetreiben, mittags Wetterdusel. Zum 42. Maschgerelauf der Historischen Narrozunft hatte Frau Holle den dritten Schneeschauer über Villingen rechtzeitig beendet. Bei blauem Himmel und Sonnenschein zogen die Traditionsfiguren der heimischen Fasnet an vielen Tausend Besuchern vorbei.



"Maschgere lauf!" Um 14.12 Uhr schickte Zunftmeister Anselm Säger, der zuvor die Bedeutung der einzelnen Figuren erläutert hatte, die Narros, Morbili, Stachis, den Butzesel und die Wueschte zur Parade auf die Umzugsstrecke. Tausendfach erschütterte der metallische Klang der schweren Narrorollen zum Takt des Narromarsches die Luft, für alle Villinger wahre Gänsehaut-Atmosphäre. Allerdings war manches Häs schon gezeichnet durch die starken Schneefälle der Stunden zuvor. Manch stolzer Narrokragen hatte seine Stärke komplett verloren und war flach wie ein Datschwecken.

Schlitten-Wettrennen der Wueschte gegen die Glonki. Dieses Mal siegten die Strohmänner.
Schlitten-Wettrennen der Wueschte gegen die Glonki. Dieses Mal siegten die Strohmänner.

Anschließend drängte sich das Publikum in der Rietstraße, wo sich eine sportliche Auswahl der Wueschtgruppe ein weiteres Mal mit der Elite der Glonki-Trommler in einem närrischen Wettstreit duellierte. Dieses Mal stand ein anstrengendes Schlitten-Wettrennen in drei Durchgängen auf dem Programm. Denn die selbstgezimmerten Schlitten, mit einem Passagier beladen, mussten an Riemen von den Wettkämpfern mühsam übers rutschige Rietstraßenpflaster gezogen werden. Die Wueschte hätten das Rennen frühzeitig für sich entscheiden können, hätten nicht heißblütige Strohmänner die gegnerischen Wettkämpfer mehrfach während des Rennens attackiert und zu Fall gebracht. Trotz massiver Strafpunkte konnten die Wueschte am Ende den Sieg hauchdünn behaupten.

Der nächste Höhepunkt war der Umzug der Glonki-Gilde, der erneut tausende Besucher anlockte.



Der Glonki-Samen, die Glonkinchen und Majoretten, die Trommler und Trommlerinnen, der Elferrat und das Glonki-Fußvolk, sie alle wurden umjubelt. Die ganze Umzugsstrecke erstrahlte in Weiß-Blau. Den musikalischen Höhepunkt setzten dann um 18 Uhr die versammelten Musikkapellen und Guggenmusiken, die sich auf dem Osianderplatz einfanden und das Städtle mit fulminanter Bläser-Power vibrieren ließen.

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