In Wallung gerät Stadtrat Joachim von Mirbach (Grüne) beim Thema der maroden und seit Monaten gesperrten Leichtathletik-Anlage des Gymnasiums am Hoptbühl. Die Absicht der zuständigen städtischen Stellen, jetzt erst einmal ein Gutachten über den Zustand aller Sportplätze in Villingen erstellen zu lassen, und dann zu entscheiden, was gemacht wird, stößt auf entschiedenen Widerstand des Kommunalpolitikers. "Das dauert viel zu lange. Dieser Schulsportplatz wird dringend gebraucht", sagte er jetzt zum SÜDKURIER.

Der Grünen-Stadtrat, der selbst mal Lehrer am Hoptbühl war, will nun alle Hebel in Bewegung setzen, die Sanierung der wegen Verletzungsgefahr gesperrten Schulsportanlage zu beschleunigen. Gelegenheit besteht dazu nächste Woche in der Sitzung des Verwaltungsausschusses. Joachim von Mirbach will beantragen, dass in den städtischen Haushalt unverzüglich Geld für die Planung der Sportplatz-Sanierung eingestellt wird. Er vermutet, dass auch die großen Fraktionen von CDU und Freien Wähler mitmachen werden. Denn bereits im Dezember hatten auch Stadträte dieser Fraktionen im Gemeinderat betont, dass eine klare Notwendigkeit bestehe, den Schulsportplatz zügig zu sanieren. Die Kosten liegen bei rund 800 000 Euro.

Das städtische Schul- und Sportamt, aber auch einige Stadträte wiederum waren der Meinung, dass für die Villinger Sportplätze erst einmal, wie bereits in Schwenningen erfolgt, eine Bestandsaufnahme des Sanierungsbedarfs aller Sportplätze sowie eine Abstimmung mit dem städtischen Sportbeirat und den darin vertretenen örtlichen Sportvereinen erfolgen müsse. Erst in der Gesamtschau könne man Prioritäten erkennen und über Synergien zwischen Vereins- und Schulsport nachdenken.

Stadtrat von Mirbach hält diese Argumentation im Falle Hoptbühl indes für völlig verfehlt. Seit Monaten behilft sich die Schule mit Notmaßnahmen. Dabei ist die Leichtathletik Bestandteil des Lehrplans und relevant fürs Abitur. Beim Ortstermin des Gemeinderates vor Ostern überreichten Sportlehrer und Elternvertreter eine Unterschriftenliste an die Stadträte. Zu Recht, findet von Mirbach. Die Stadt als Schulträger stehe in der Pflicht, dem Gymnasium einen ordnungsgemäßen Sportunterricht zu ermöglichen. Die Maßnahme habe daher Priorität. Sportlehrer berichteten, die Schule sei das einzige Gymnasium in Südbaden, dass keinen eigenen Sportplatz habe.

Am Donnerstag dieser Woche berät der Sportbeirat der Stadt über die Sportplatzsanierungen, nächsten Mittwoch der Verwaltungsausschuss, übernächste Woche der Gemeinderat.