VS-Villingen / Konstanz – Das Denkmal wurde 1906 anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit zum Großherzogtum Baden von Bildhauer Josef Ummenhofer geschaffen. Seit 1997 – dank einer Spenden-Initiative von Werner Jörres und Herbert Schroff – ist der Berthold wieder ein ganz ansehnlicher Ritter auf seinem Granit-Sockel.

Wer allerdings heute über den alten Rheinsteig und die ursprüngliche Hauptzufahrt nach Konstanz kommt, dem könnte der Berthold auch dort als ein meterhohes Standbild auffallen. Einst standen am Rheinsteig zwischen Rheintorturm und Pulverturm vier historische Personen als Statuen mit einer Höhe von 2,70 Metern.

1863, als die Eisenbahnstrecke von Villingen nach Konstanz und natürlich umgekehrt feierlich eröffnet wurde, wurden vier Standbilder auf den Brückenpfeilern enthüllt. Sie zeigen die Bischöfe von Konstanz, Konrad († 975) und Gebhard II. († 995), sowie Berthold I., Herzog von Zähringen († 1078), und Leopold, Großherzog von Baden ( † 1852). Die ersten beiden geschaffen vom Bildhauer Xaver Reich (1815 – 1881) und die weiteren mit dem Berthold von Hans Baur (1829 – 1897).

Ob und wann und und ob überhaupt der Villinger August Ummenhofer die Statuen im Eigentum der Stadt Konstanz zu Gesicht bekam oder er deswegen gar dorthin fuhr, ist ungewiss. Doch die Duplizität zwischen den beiden Bertholden ist verblüffend. Die Figuren in Konstanz, die als Paare am südlichen und nördlichen Brückenkopf aufgestellt sind, standen im Süden als die geistlichen und im Norden als die weltlichen Herrscher.

Als in den 1930er Jahren auch die neuere Rheinbrücke einer tragfähigeren Brücke weichen musste und geschätzte 87 000 bis 160 000 Mark damals fehlten, um die Figuren an bisheriger Stelle wieder zu errichten, erkannten Kritiker wohl, dass die Standbilder "als stilmäßig unpassend" zu empfinden seien. Deshalb erhielten sie am 9. Oktober 1938 ihren neuen Standort auf den Ufermauern am Rheinsteig.

Heute nun stehen die Figuren nicht mehr als Paare zusammen, was beim sinnigen Betrachter dazu führte, dass man der Straße wegen doch zu nah vor den Statuen steht, die damit ihre ursprüngliche Wirkung verlieren. Für die Gestaltung der Geschichte in Konstanz gilt seither der neue Standort eher nur als Notlösung.

In Villingen gehört das wohl bedeutendste Denkmal in der Stadt, dessen mehrfach veränderter Standort und die Sanierung in der Neuzeit durch eine Spendenaktion der Künstler Ummenhofer natürlich nie mitbekommen hat, selbstredend für jeden Villinger Stadtführer zur Pflicht-Station. Auf das Double in Konstanz muss ja dabei nicht gleich verwiesen werden, wenn fremde Besucher durchs Städtle geführt werden.