Nicht genug damit: Baubürgermeister Detlev Bührer kündigte im Technischen Ausschuss des Gemeinderats an, dass die Stadt im nächsten Jahr die Sanierung ihrer Infrastruktur deutlich zurückfahren werde. Grund: Personalmangel im Baudezernat.

Ausgelöst wurde die Debatte durch die Feststellung von Stadträtin Ulrike Salat, dass sich Bürger in Schwenningen über den neuen Radweg von der Spittelstraße über den Marktplatz zur Sturmbühlstraße beschwert hätten. In dem neuen Kreisverkehr dort sei kein Radweg eingeplant worden, was die Radfahrer sehr gefährde. Eine weitere Gefahrenstelle, so die Stadträtin, gebe es nach Feststellung von Radfahrern auf der Strecke zwischen Schopfelenstraße und Brandenburger Ring.

Ihre Kollegin Helga Baur wollte wissen, wer denn bei der Stadt für die Radwege verantwortlich sei. Denn das Radwegekonzept in VS müsse dringend überarbeitet werden. Als Vorbild hob sie Dänemark hervor. „Ich habe meinen Augen nicht getraut, was die dort für die Radfahrer machen“, schwärmte die Stadträtin. Da könnte sich Villingen-Schwenningen einiges abschauen.

Baubürgermeister Detlev Bührer nahm diese „Steilvorlage“ auf, um den Stadträten die Realitäten vor Augen zu führen. Das Problem sei, dass die Stadt kein geschlossenes Radwegekonzept habe. Er hätte diese Aufgabe gerne dem Leiter des Stadtbauamtes, Rolf Millauer, übertragen. Doch dieser sei mit anderen Aufgaben völlig ausgelastet. „Wir brauchen mehr Man-Power“, stellte Bührer klar. Tatsächlich aber seien im Bauamt sieben Stellen nicht besetzt. Der Arbeitsmarkt für entsprechende Fachkräfte wie Bauingenieure sei leergefegt. Die Stadt könne allenfalls Hochschulabgänger ohne Berufserfahrung gewinnen. Doch diese müssten erst eingearbeitet werden. „Ich erkenne die Notwendigkeit für die Radwegeplanung“, sagte Bührer. Aber es fehlten die Leute, die dies umsetzen können. „Sie werden die Augen reiben, was wir 2020 umsetzen wollen“, stimmte Bührer die Stadträte auf rückläufige Investitionen ein. Es könnten viel weniger Projekte als früher umgesetzt werden.