Die Idee eines Spielenachmittags für Senioren habe sie von Anfang an überzeugt, sagt Ingeborg Jasikovic, die seit ihrem Ruhestand vor zehn Jahren im Schwenninger Tafelladen mitarbeitet. „Bereits jetzt bleiben viele Kunden jeweils lange im Laden, um zu schwätzen“, sagt Jasikovic. Etwa 70 Prozent der Kunden seien alleinstehend und die meisten zwischen 50 und 85 Jahren alt, erklärt Jasikovic den Gesprächsbedarf.

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Auf diesen Umstand haben drei Studentinnen der Schwenninger Außenstelle der Hochschule Furtwangen, HFU, reagiert. Im Rahmen einer Projektarbeit für ihr Studium der Internationalen Betriebswirtschaft nahmen Katja Anderhuber, Sandra Zuckrigl und Jenni Sauter Kontakt zum Mach-mit-Förderverein auf, der die Tafelläden in Villingen und Schwenningen betreibt. „Während andere Studenten vor allem Projekte mit Unternehmen realisieren, wollten wir etwas im sozialen Bereich machen“, sagt Katja Anderhuber.

Die Idee eines Spielnachmittags für Senioren haben sie gemeinsam mit Mitarbeitern der Tafel entwickelt, die das ehemalige Lager im Obergeschoss der Schwenninger Tafel umnutzen wollten. Der Raum ist inzwischen umgestaltet worden: Um mehrere dekorierte Tische stehen Stühle und an der Wand ist ein ganzes Regal mit Brett- und Kartenspielen gefüllt. Hier finden ab kommender Woche an jedem zweiten Mittwoch im Monat die Spielenachmittage statt.

Nicht nur Tafelkunden sind willkommen

„Durch die Spielenachmittage soll zum einen eine Austauschmöglickeit geschaffen werden und zum anderen gerade bei älteren Leuten die Hemmschwelle gesenkt werden, eine Tafel aufzusuchen“, erklärt Katja Anderhuber das Ziel ihres Projekts. Die HFU-Studentin betont, dass die Spielenachmittage nicht nur Tafelkunden, sondern allen Senioren offen stünden.

Anderhuber hat gemeinsam mit ihren beiden Mitstudentinnen im vergangenen halben Jahr das Konzept für ihr Projekt erstellt und Spiele für die Senioren aufgetrieben. „Ein Teil wurde gespendet, den Rest haben wir durch die Erlöse eines Waffelverkaufs erwerben können“, sagt sie. Unter den Spielen befinden sich nun sowohl Klassiker wie Mühle und Mensch-ärgere-Dich-nicht als auch beispielsweise Quiz-Spiele. Sie hätten sich darum bemüht, seniorengerechte Spiele mit großen Karten und Spielfiguren zu finden, erklärt Anderhuber.

"Das braucht erst mal etwas Anlauf"

Seit vergangener Woche machen die drei Studentinnen Werbung für die Spielenachmittage: vergangene Woche in der Tafel in Villingen und diese Woche in Schwenningen. „Die Resonanz ist bisher durchmischt. Die Hälfte der Tafelbesucher, mit denen wird gesprochen haben, fand das neue Angebot toll, der Rest war weniger begeistert“, sagt Anderhuber.

„Das braucht erst mal etwas Anlauf“, beruhigt Tafel-Mitarbeiterin Ingeborg Jasikovic: „Und wenn am Anfang nur fünf Leute kommen, dann spielen sie halt zu fünft.“ An den ersten beiden Spielenachmittagen werden die HFU-Studentinnen noch dabei sein, danach übernimmt Jasikovic. „Ich bin zwar nicht so der Spielertyp, aber ich werde einfach Kaffee und Kuchen servieren“, sagt Ingeborg Jasikovic und lacht.