Die Frage lautet: Wird sich Kubon jetzt öffentlich erklären, ob er eine weitere, dritte Amtszeit als Oberbürgermeister anstrebt. Die OB-Wahl findet, wie berichtet, am 7. Oktober 2018 statt, ein möglicher zweiter Wahlgang 14 Tage später.

Einige Fraktionen im Gemeinderat haben in den vergangenen Wochen den Druck auf Kubon erhöht, endlich Farbe zu bekennen, und die Stadt und ihre Bürger nicht im Ungewissen zu lassen. Bei der Haushaltsverabschiedung des Gemeinderates im Dezember wurde Kubon gleich von mehreren Ratsmitgliedern aufgefordert, seine taktischen Spielchen zu beenden und sich bald zu erklären.

Uneigennützig ist dieser Druck gleichwohl nicht, denn die Fraktionen des bürgerlichen Lagers müssen sich überlegen, ob sie auch dann mit einem eigenen Kandidaten in die Wahl gehen, wenn Kubon wieder als "Platzhirsch" antritt.

Kubon hat auf diese Äußerungen bisher nicht oder mit ausweichenden Aussagen reagiert. Auch vor dem Neujahrsempfang will er die aufgebaute Spannung bis zur letzten Minute hochhalten. So lässt er sein Redemanuskript am Sonntag erst zum Start des Neujahrsempfangs um 17 Uhr durch seine Pressestelle an die Medien verschicken.

In den vergangenen Jahren wurde die Rede deutlich früher an die Medien verbreitet. Die geheimnistuerische Vorgehensweise könnte darauf hindeuten, dass der Oberbürgermeister am Sonntag tatsächlich etwas kundtun wird, was für seine politische Zukunft von Bedeutung ist.