Einen enormen Aderlass muss der Villinger Kindergarten Johannes am Warenberg verkraften. Mehr oder weniger auf einen Schlag kündigten fünf Mitarbeiter. Diese Hiobsbotschaft beunruhigt die Eltern, weil sie befürchten, dass möglicherweise der Kindergarten sein Angebot einschränken muss.

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So weit sei es noch nicht, betont auf Anfrage Petra Decker, Geschäftsführerin bei der Kirchengemeinde Villingen. „Wir führen derzeit vielversprechende Gespräche, erläutert sie weiter, um möglichst schnell die Lücke wieder zu füllen. Allerdings räumt sie ein, dass der Markt schon leer gefegt sei. Sollten sich keine neuen Mitarbeiterinnen finden lassen, werde es die Frage sein, wie es weitergeht.

Schwierigkeiten im Team

Doch wie kam es überhaupt zu dem personellen Aderlass? Rolf Weisser, Sachbearbeiter für Kindergärten bei der evangelischen Kirche, räumt ein, dass es im Team zu Schwierigkeiten gekommen sei. Während es früher oft so war, dass die Probleme dann intern ausgeräumt wurden, habe sich die Situation geändert. Zum Zusammensitzen käme es oft gar nicht mehr. Da die Fachkräfte auf dem Markt heiß begehrt seien, gehen sie, weil sie sich die Stellen aussuchen könnten. Auch jetzt im Fall der Kündigungen bei Johannes sind die Kräfte nicht lang auf Arbeitssuche, so seien sie zum Teil zur Stadt gegangen. „Das ist Zeichen eines riesigen Konkurrenzkampfs“, sieht es Weißer. Alle suchen „händeringend nach Fachkräften“, die der Markt nicht hergebe. „Wir verstehen natürlich die Sorgen der Eltern“, betont Weisser. Wegen der unsicheren Lage, sind sie nach wie vor beunruhigt.

Kirche sucht Ausweg

93 Kinder, die von 25 Fachkräften betreut werden, zählt der Johannes-Kindergarten. Inzwischen haben die Eltern einen Brief erhalten, in dem die evangelische Kirche die weiteren Schritte erläutert. So solle Fachpersonal, das bereits in Rente gegangen sei, angefragt werden, ob es für eine Übergangszeit zurückkommt. Geprüft werde auch, ob Erzieherinnen aus den drei anderen evangelischen Kindertageseinrichtungen für eine Zeit versetzt werden könne. Eine Aushilfskraft, möglicherweise auch Studentinnen der Sozialpädagogik, solle eingestellt werden. Außerdem wurden bereits erste Bewerbungsgespräche geführt, eine Erzieherin habe bereits zugesagt.

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Bis zum 1. Januar sollen dann neue Erzieherinnen gefunden sein, daher sei die Einrichtung am 2 und 3. Januar geschlossen. Ob das die evangelische Kirche schafft, ist noch nicht sicher: „Wir sind guter Hoffnung“, erklärt es Decker.