Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte in der Festhalle beim inzwischen traditionellen Ball der Musik- und Trachtenkapelle unter dem Motto „Bau-Chaos in Obereschach“. So wies die Verkleidung des begeisterten Publikums in der gut besetzten Halle auch eher auf eine Betriebsversammlung in einem kommunalen Bauhof als auf einen Fastnachtsball hin, wäre da nicht schon vor dem Beginn des Programms eine prächtige Stimmung gewesen, welche von der Musikkapelle unter der Leitung von Thomas Haberer noch kräftig angeheizt wurde.

So bekam beim Programm jede Maßnahme im Ort ihr Fett ab, ob dies der Bau des Minikreisels, der Ausbau der Steinatstraße, die Sanierung des Rathausvorplatzes mit dem Brunnen, die Errichtung eines Buswartehäuschens und natürlich die Sperrung der B 33 mit der Umleitung über Obereschach war, wobei die Ortschaftsräte unter dem Publikum viel zu leiden hatten. Dies alles war dank auch der kritischen Berichterstattung in der Presse dem Bundesamt für Bauaufsicht in der Bundeshauptstadt zu Gehör gekommen: Es schickte sogleich mit Tobias Leiber einen hohen Beamten nach Obereschach, der mit dem örtlichen Bauleiter Markus Leiber und seinem Mitarbeiter Maximilian Winterhalder die einzelnen Baumaßnahmen abnahm und diese für gut befand – außer dass der überdimensionale Knochen der Gayser-Gilde mit Kreisel nicht vorschriftsmäßig durch eine Leitplanke abgesichert sei. Unter dem Verkehrschaos hatten natürlich auch die Jüngsten des Vereins zu leiden, nämlich die Trachtenkinder. Sie glossierten treffend das Geschehen um den Minikreisel mit einem Tanz.

Aber nicht nur im Ort selbst, sondern auch in so mancher Familie herrschte manchmal Chaos, wie Thomas Rödel mit seinen zwei Kindern Jan und Ben zu berichten wusste. Diese Grundschüler wussten schon, dass Unverheiratete als ledig und Verheiratete als erledigt bezeichnet werden und die Muttersprache nicht Vatersprache heißt, weil der Vater nie zu Wort kommt. Für unterhaltsame Auflockerung inmitten des Baustellenchaos auf der Bühne sorgte eine Tanzgruppe aus Fischbach, die viel Beifall einheimsen konnte .

Dann war das neue Buswartehäuschen an der Reihe – und wie konnte es anders sein, als dass Christina Leiber und Marina Linkenheil als aufgetakelte Tratschtanten die Arbeit der Handwerker Tobias Heuft und Stefan Linkenheil in der Luft zerrissen. Aber diese beiden waren auch nicht auf den Mund gefallen. Einen Baustellen-Sketch hatten sich auch die Jungmusiker einfallen lassen, der so gut ankam, dass sie diesen noch einmal aufführen mussten.

Diesem stand auch ein Bautrupp in nichts nach. Für einen gelungenen Auftritt sorgten auch Markus Laufer als Gemeindearbeiter, der gerade dabei war, den Kreisel zu kehren, und Tobias Heuft als Urlaubsgast. Sie wussten sich so einiges über das Verkehrschaos und über die sonstigen Schmunzelgeschichten im Ort zu erzählen: wie zum Beispiel der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus über Nacht in einen Fastnachtsbaum umgewandelt wurde. So wurde der Musikerball wieder zu einem gelungenen Abend innerhalb der Obereschacher Dorffastnacht.