Der erste Teil ist geschafft: Pünktlich um 13.30 Uhr mussten die rund 300 angehenden Abiturienten ihre Stifte zur Seite legen und die Prüfungsbögen des Deutschabiturs schließen. Seit acht Uhr waren die Schüler mit den verschiedenen Aufgabenstellungen beschäftigt, bewacht von den Lehrkräften, die den korrekten Verlauf der Prüfungen sicherstellten. Selbst der Gang zur Toilette darf in Zeiten des Smartphones nicht mehr allein unternommen werden.

Zur Wahl standen fünf Themen, von denen eines bearbeitet werden musste. Aufgabe eins bestand aus der Interpretation einer Textstelle aus Peter Stamms „Agnes“. Daran schließt sich eine vergleichende Betrachtung von Stamms Roman mit Max Frischs „Homo faber“ an. Dabei sollte erörtert werden, inwieweit die Protagonistinnen der beiden Werke, Agnes und Hanna, als selbstbestimmt handelnde Figuren gelten können. Die zweite Aufgabe war eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten "Alles still!" von Theodor Fontane und dem Gedicht "Winter" von Alfred Lichtenstein. Auch die Aufgabe drei war eine Interpretation. Hier musste Erich Kästners Erzählung "Spuk in Genf" analysiert werden. Kreativer waren die letzten beiden Aufgaben: Ein Essay auf der Grundlage eines vorgelegten Dossiers mit verschiedenen Texten zu dem Thema "Sprache – leicht gemacht". Die Schüler mussten sich in ihrem Essay mit dem Phänomen der „Leichten Sprache“ auseinandersetzen. Außerdem stand den Schülern der allgemein bildenden Gymnasien eine fünfte Aufgabe zur Auswahl. Sie konnten den Zeitungsbeitrag "Ohne Boulevardpresse ist die Demokratie in Gefahr" von Matthias Heine als Grundlage für eine Erörterung heranziehen. Der Text war ursprünglich im Januar 2012 in der Zeitung „Die Welt“ erschienen. Die Schülerinnen und Schüler mussten die wesentlichen Aussagen des Textes herausarbeiten und sich mit der Position des Autors kritisch auseinandersetzen.

Die Aufgabenstellungen sind bei den Schülern des Gynmasiums am Romäusring mehrheitlich auf ein positives Echo gestoßen. "Ich fand die Aufgaben überraschend einfach. Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt", erzählt Trutz Kreulach nach der Prüfung auf dem Flur der Schule. Deutsch sei jedoch auch ein Fach, auf das man sich nur bedingt vorbereiten könne. "Die meisten lernen wohl mehr für Mathe und die Fremdsprachen", so Trutz. Das schlimmste, berichtet er mit einem Schmunzeln, sei noch gewesen, dass es während der Prüfung keine Raucherpause gegeben habe.

Auch Aurelia Glatz fand die Deutschprüfung nicht so schlimm wie befürchtet. "Ich habe nach Ostern angefangen zu lernen und fand die Aufgaben nicht schwierig." Für Geschichte sei die Vorbereitung intensiver, erzählt Glatz. Dort werde die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts unter dem Aspekt "Demokratie und Verlust" bearbeitet. Insgesamt sehen die Schüler den restlichen Prüfungen jedoch gelassen entgegen.

Nach der Deutschprüfung am Mittwoch geht es laut Regierungspräsidium am Freitag mit Englisch weiter. In der nächsten Woche folgen dann die weiteren Kernfächer wie Französisch, Latein, Spanisch, Sport, Musik und den Naturwissenschaften. Die schriftliche Prüfungsphase endet mit der von vielen Schülern am meisten gefürchteten Mathematikprüfung am 2. Mai.

Abiturtermine 2018

Im Schwarzwald-Baar-Kreis nehmen in diesem Jahr 569 Schüler am Abitur teil. Im Vorjahr waren es 599 Schüler, 2016 legten 575 Schüler die Prüfung ab. Dazu kommen 2018 noch 471 Abiturienten von beruflichen Gymnasien. Zudem legen 514 Schüler im Regierungsbezirk Freiburg das Abitur an privaten beruflichen Gymnasien ab. (kbr)