In der Mensa der Klosterringschule in Villingen herrscht Hochbetrieb. Im Akkord essen drei Gruppen von jeweils 30 Kindern ihr Mittagessen. Eine halbe Stunde ist für jede Gruppe vorgesehen, mehr als die Hälfte der Kinder ist schon nach zehn bis 15 Minuten fertig. Im Minutentakt fragen die Kinder ihre Lehrerinnen, ob sie abräumen dürften. „Viele Kinder essen sehr schnell, weil sie sich bewegen wollen“, erklärt Martina Meffle. Die Sozialpädagogin schätzt das gemeinsame Essen mit den Kindern – vor allem wegen der wertvollen Gespräche, wie sie sagt. Auch unter den Schülern gibt es viel zu bereden – die Lautstärke im Raum ist beachtlich.

Liberta Härtel bereitet zwei Teller mit den angebotenen Speisen vor. Die Kinder sollen sehen können, wie ihr Essen aussieht.
Liberta Härtel bereitet zwei Teller mit den angebotenen Speisen vor. Die Kinder sollen sehen können, wie ihr Essen aussieht. | Bild: Anna Schröder

An den fünf Tischgruppen im Speisesaal sitzen sieben bis acht Kinder, im Idealfall mit je einem Pädagogen, erörtert Meffle. In der Praxis sei dies nicht immer umsetzbar. Stressig könne es vor allem werden, wenn Kollegen ausfallen. Auch an diesem Tag sind nicht alle Tische besetzt, Meffle behält dennoch die Ruhe und ermahnt die Kinder regelmäßig, sich ordentlich zu benehmen. Sich selbst stellt sie hinten an: „Es ist nicht zum Sattessen für uns gedacht, an erster Stelle kommt die pädagogische Aufgabe.“

Liberta Härtel überprüft die Temperatur der Speisen, kurz bevor die erste Gruppe Grundschüler zum Mittagessen erscheint.
Liberta Härtel überprüft die Temperatur der Speisen, kurz bevor die erste Gruppe Grundschüler zum Mittagessen erscheint. | Bild: Anna Schröder

Die Arbeit von Liberta Härtel beginnt einige Zeit früher an diesem Tag. Die städtische Angestellte sorgt dafür, dass alles für das Mittagessen vorbereitet ist, wenn die ersten Kinder um 12.30 Uhr in die Mensa stürmen.

Liberta Härtel beschriftet die Rückstellproben, die sie von den gelieferten Speisen genommen hat. Sie sollen im Ernstfall dazu beitragen, dass Schwachstellen etwas bei der Hygiene gefunden werden können.
Liberta Härtel beschriftet die Rückstellproben, die sie von den gelieferten Speisen genommen hat. Sie sollen im Ernstfall dazu beitragen, dass Schwachstellen etwas bei der Hygiene gefunden werden können. | Bild: Anna Schröder

Bereits vor der Anlieferung des Essens hat sie den Speisesaal vorbereitet: Tische reinigen, Eindecken, Wasserkaraffen füllen und auf den Tischen verteilen. Beim Warten auf den Caterer kümmert sie sich um die Ladung in der Spülmaschine und das Falten der Servietten. An diesem Tag ist sie alleine, ihre Kollegin hat Urlaub genommen.

Essen kommt um 11.30 Uhr

Als die Lieferung mit den Speisen gegen 11.30 Uhr eintrifft, ist Schnelligkeit gefragt. Während der Lieferant innerhalb von fünf Minuten mehrere Ladungen aufeinander-gestapelter Wärmeboxen zur Hintertür der Küche hereinbringt, misst Härtel die Temperatur jeder Speise und nimmt Rückstellproben. Mindestens 65 Grad muss das Thermometer anzeigen; an diesem Tag kann sie die Mittagessen mit rund 75 Grad bedenkenlos abnehmen. Erst einmal waren die Speisen nicht heiß genug, sodass Härtel die Annahme verweigern musste. Glücklicherweise konnte der Caterer trotzdem rechtzeitig für Ersatz sorgen.

Angela Müller schenkt den Grundschülern Wasser ein. Die Jugendbegleiterin lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als im Flur ein Teller zu Bruch geht.
Angela Müller schenkt den Grundschülern Wasser ein. Die Jugendbegleiterin lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als im Flur ein Teller zu Bruch geht. | Bild: Anna Schröder

Die entnommenen Rückstellproben füllt sie in kleine Plastikboxen, beschriftet sie und friert sie für zwei Wochen ein. Sie sollen gewährleisten, dass im Notfall geklärt werden kann, wo die Schwachstelle im System ist, erläutert Thomas Eick vom Amt für Jugend, Bildung und Sport. Unmittelbar vor dem Eintreffen der ersten Hungrigen kontrolliert Härtel die Temperatur der Speisen erneut, die sie nach der Anlieferung in eine Warmhaltetheke gestellt hat.

Während Liberta Härtel bereits Teller für die nächste Gruppe spült, bitten drei Schülerinnen um einen Nachschlag beim Nachtisch.
Während Liberta Härtel bereits Teller für die nächste Gruppe spült, bitten drei Schülerinnen um einen Nachschlag beim Nachtisch. | Bild: Anna Schröder

Bei der Ausgabe der Essen begrüßt Härtel jedes Kind mit Vornamen. Die meisten von ihnen wählen an diesem Tag fränkische Bratwurst mit Möhren. Von den Grundschülern, denen man ihren Bewegungsdrang anmerkt, lässt sich Härtel dabei nicht aus der Ruhe bringen. Jedes Kind wird bedient und zieht mit mehr oder weniger vollem Teller weiter in den Speisesaal. „Frau Härtel wird nicht so schnell nervös“, bestätigt auch Eick.

Während die ersten Kinder zu Mittag essen, bereitet Härtel bereits alles für die nächste Gruppe vor. Die Tabletts, die von den besonders schnellen Kindern bereits abgeräumt werden, bringt sie gleich in die Spülküche; schließlich muss auch für die nächste Gruppe ausreichend Geschirr sauber sein. Dabei wird sie immer wieder von Kindern unterbrochen, die einen Nachschlag wünschen. Auch wenn sich mit dem Neubau der Mensa ihre Arbeit erleichtert hat, wie sie selbst berichtet, steht Härtel keine Minute still.

Bei ihrer Arbeit bedauert Härtel besonders, dass so viel weggeschmissen werden müsse. Die Portionen seien oft zu groß. Problematisch sei dabei, dass es Vorgaben für die Portionsgrößen gebe, erklärt dazu Thomas Eick. An manchen Tagen gehe es dennoch sehr gut auf, meint er. Zum Beispiel wenn es Pfannkuchen oder Milchreis gibt. Die stehen besonders hoch im Kurs, stellt Härtel fest.

So sieht es mit dem Mittagstisch in den anderen Schulen in VS aus

  • Carl-Orff-Schule: Dort gibt es eine eigene Küche, betrieben von ehemaligen Schülern und einer Küchenchefin, die das Essen jeden Tag frisch zubereiten. Salat ist immer dabei und von Montag bis Donnerstag gibt es auch einen Nachtisch. Ein Essen kostet 3,50 Euro.
  • Christy-Brown-Schule: An vier Tagen wird dort Mittagessen angeboten, für das der Landkreis von den Erziehungsberechtigten einen Unkostenbeitrag von 3,50 Euro erhebt. Geliefert wird das Essen vom Kurstift in Bad Dürrheim.
  • Gartenschule: Das Essen besteht jeweils aus einem Hauptgericht, einer Nachspeise und einem Getränk. Die Kosten hierfür betragen derzeit 3,70 Euro pro Mahlzeit. Auf dem Speiseplan stehen zum Beispiel Spagetti mit Tomatensoße und Salat und eine Mandarine. Geliefert wird von Kompa Care.
  • Gymnasium am Hoptbühl: Ein Hauptgericht plus Salat, ab und zu auch Nachtisch, kostet 3,70 Euro. Apetito liefert das Essen täglich tiefgekühlt an.
  • Gymnasium am Romäusring: In der Cafeteria, die die Familie Raudner leitet, werden verschiedene kalte und heiße Getränke angeboten sowie Snacks und einige Backwaren. Auch Frühstück wird morgens ab 7.15 Uhr angeboten.
  • Südstadtschule: Für 3,70 Euro gibt es dort von Montag bis Freitag ein Mittagessen. Auf dem Speiseplan stehen beispielsweise Rahmschnitzel, Spätzle und Salat und Kaiserschmarrn. Geliefert wird von der Firma Tellerrand.
  • Werkrealschule am Deutenberg: Täglich gibt es zwei Gerichte zum Preis von je 3,50 Euro zur Auswahl, inbegriffen sind ein Salatbüffet sowie Tee und Wasser.
  • Haslachschule: Auf dem Speiseplan stehen etwa Schnitzel mit Pommes und Salat. Preis: 3,70 Euro. (lsp)