Zu dem perfekten Brautkleid, den Eheringen und der Hochzeitsfeier gehört auch der passende Termin. Viele Paare haben sich in der Vergangenheit auf die Schnapszahlen als Datum verlassen. Der Tag soll Glück bringen oder leicht zu merken sein. In diesem Jahr ist es am Samstag soweit und der Kalender zeigt eine außergewöhnliche Zahlenreihe als Datum: Der 18.8.2018.

Zu den Paaren, die am Samstag heiraten werden, gehören Sabrina Struhs und Frank Welte aus Schwenningen. Sie wollen sich im Kirchenpavillion auf der Möglingshöhe in Schwenningen das Ja-Wort geben. "Als wir uns im Dezember 2016 auf dem Kölner Dom verlobt hatten, standen eigentlich noch gar keine konkreten Hochzeitspläne", sagt Frank Welte. Das Paar ging die Sache locker an. "Erst der Gag einer Kollegin brachte uns auf den 18. August", erklärte Sabrina Struhs. Was als Witz angefangen hatte, wurde schnell plausibel: Der August ist ein warmer Monat, das Datum leicht zu merken. "Allerdings wird es vorerst keine kirchliche Trauung geben", sagt sie. Die Wahl des Zeremonieortes sei deshalb ein Kompromiss: Der Kirchenpavillion. "Es ist idyllisch hier und als Ur-Schwenningerin fühle ich mich mit diesem Ort verbunden", erklärt Sabrina Struhs.

Die Schnapszahlen sind laut Sandra Föhrenbach, Abteilungsleiterin vom Standesamt VS, immer noch sehr beliebt. "Der 18. August fällt auf einen Samstag und liegt in der Sommerzeit. Besser geht es fast nicht", sagt sie. Neun Trauungen seien für dieses Datum geplant. Doch Föhrenbach ist sich sicher: "Nur aufgrund des Datums hält eine Ehe nicht länger." Wichtiger sei die Hochzeit selbst. "Wenn die Eheschließung im Mittelpunkt steht und die Gäste passen, spielt das Datum keine große Rolle mehr", meint sie.

Bei den Hochzeitsorten sei das Heiraten in der Natur im Trend, so Sandra Föhrenbach. "Die Atmosphäre eines Gartens als Symbol der Naturverbundenheit ist beliebt", sagt sie. Das Gefühl, für die Eheschließung nicht in eine Behörde zu müssen, stehe dabei im Vordergrund. Auch der Innenhof des Franziskanermuseums werde gern gebucht. "Zudem hat der Anspruch an die Zeremonie zugenommen", so die Standesbeamtin. Die Behörde zeigt sich hierbei flexibel: Ein Live-Sänger, persönliche Reden oder Hunde als Ringträger seien schon möglich gemacht worden.

Den bisher größten Ansturm hat sie am 12.12.2012 erlebt. "Da haben auch mehrere Bekannte von mir geheiratet." Warum dieses Datum so beliebt war, könnte laut Sandra Föhrenbach mehrere Gründe haben: "Vielleicht glauben die Paare, dass es Glück bringt. Oder vielleicht ist der Hochzeitstag so leichter zu merken?"

An den Individualismus muss sich auch die Mode anpassen, weiß Geli Bartler. Gemeinsam mit ihrem Mann Raimund Bartler führt sie die Brautgalerie in Brigachtal. "Brautkleider, die zur Natur oder zum Strand passen, gab es früher nicht so oft", sagt Bartler, die bereits seit 1986 im Geschäft ist. "Die Hochzeiten verändern sich. Viele wollen lieber eine freie Trauung." Das stellt die Geschäftsleute Bartler regelmäßig vor Herausforderungen: Für die vielfältigen und unterschiedlichen Kundenwünsche muss alles nötige im Laden sein. "Das macht den Einkauf schwierig", sagt sie. Und die Schnapszahlen? "Diese Woche haben wir außergewöhnlich viele Bestellungen für Hochzeiten am Samstag."

Hochsaison im Brautmodeatelier: Bis Samstag werden bei Geli Bartler noch einige Brautkleider den Laden verlassen. Die Schnapszahlen machen sich hier deutlich bemerkbar.
Hochsaison im Brautmodeatelier: Bis Samstag werden bei Geli Bartler noch einige Brautkleider den Laden verlassen. Die Schnapszahlen machen sich hier deutlich bemerkbar. | Bild: Kipar, Sandro

Fünf Fragen an die Brautmodeexpertin

Geli Bartler führt ihr Brautmodenatelier in Brigachtal seit 30 Jahren und weiß, wie die Vorbereitungen laufen.

Wie früh sollten Paare sich um ein Brautkleid kümmern?

"Sieben bis acht Monate vor der Hochzeit sollte die Braut ihr Kleid ausgewählt haben", sagt Geli Bartler. Grund dafür seien eine sehr lange Lieferzeit, die Anpassungen der Schneiderin und der Anprobetermin. "Das Abstecken des Kleides sollte acht bis zwölf Wochen vor der Hochzeit stattfinden." Ein zeitliches Polster sei bei aufwendigen Designs vorteilhaft. "Wenn ein mit Perlen verziertes Kleid geändert werden muss, braucht die Schneiderin Zeit dafür."

Die besten Begleiter für den Besuch beim Brautmodegeschäft?

"Die Mama ist in der Regel immer dabei." Auch die Trauzeugin sei mittlerweile unverzichtbar geworden. "Früher haben die Trauzeugen einfach nur beim Standesamt die Papiere unterschrieben. Heute sind sie meistens voll in die Planung eingebunden." Bei Geli Bartler gibt es klare Regeln: "Unter der Woche sind etwa vier Begleiter die Obergrenze. Am Wochenende eher zwei bis drei." Die Braut brauche bei der Auswahl des Kleides auch Ruhe.

Was ist aktuell im Trend?

"Spitze und Vintage bleiben beliebt, Tüll ist trendy." Leichte Kleider hätten die schweren Stoffe abgelöst. "Die Ausschnitte werden dafür gewagter, die Schnittführungen raffinierter", sagt Geli Bartler. Dies passe zur selbstbewussten und modernen Frau. "Das Kleid darf bei der Feier wenn getanzt wird nicht einschränken."

Ist das weiße Brautkleid noch gefragt?

"Das klassische Weiß ist weg. Kleider in dieser Farbe verkaufen wir nur noch sehr wenig." Andere Farben würden den Hauttönen mehr schmeicheln. "Pastelltöne sind deshalb viel beliebter. Etwa Champagner oder Rosé."

Ein guter Tipp für die Braut?

"Nicht von Hollywood blenden lassen." Einige ihrer Kundinnen sind enttäuscht, wenn bei dem richtigen Kleid keine Tränen kommen. "Es ist eben nicht immer wie im Film und ein Hochzeitskleid kann auch ausgesucht werden, ohne Tränen zu vergießen." Generell sei es allerdings nicht schlecht, wenn die Braut konkrete Vorstellungen habe.