Im sozialen Netzwerk Facebook gibt es unzählige Themenseiten und Gruppen. Nahezu für jede Stadt und jede Region existiert ein ein entsprechendes Angebot. Flohmarktseiten, Tausch- und Jobbörsen, Plauderecken oder Heimat- und Flirtportale, um nur einige zu nennen. Jetzt ist eine weitere Seite für die Doppelstadt mit Umgebung am Facebook-Horizont aufgegangen. „Share-Ring VS„ nennt Gründerin Petra Neumann aus Schwenningen ihr Projekt. In den vier Monaten seit dem Start haben sich bereits über 560 Interessierte Facebook-Nutzer der Gruppe angeschlossen.

Doch um was geht es bei dem Projekt genau?

„Nachbarschaftshilfe, Gefälligkeitsdienste, Auftragsvergabe und Teilen von Gütern und Lebensmitteln“, beschreibt die 36-Jährige ihr Anliegen. Als Beispiele dafür nennt die engagierte Schwenningerin eine Dame, die angeboten hatte, für andere Söckchen zu stricken, oder eine andere Frau, die Umzugshelfer gesucht hatte. Neumann selbst hat vor wenigen Tagen Umzugskartons von Königsfeld nach Schwenningen transportiert. „Ich war eh vor Ort, da habe ich sie einfach mitgenommen.“ Angebahnt hatte sich diese Hilfeleistung zuvor in der digital vernetzten Gruppe. Das Prinzip ist einfach: Jemand bittet um Hilfe, die anderen helfen, wie sie eben können. Oder anders herum. Kürzlich bot ein Nutzer Unterstützung bei Computerproblemen an. Aktuell suchen ein Drucker und ein Hasenstall neue Besitzer. Teilen spreche alle Altersgruppen und alle sozialen Schichten an. „Es ist längst nicht nur an Bedürftigkeit gekoppelt“, schreibt Neumann auf ihrer Internetseite.

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Mitgliedertreffen

Aber auch ein reales, aktives Miteinander, abseits der digitalen Welt, möchte sie fördern. Sie überlegt, ein Treffen zu organisieren, bei dem es Glühwein gibt und gemeinsam Stadt-Memory gespielt wird. Wie die Seite in zwei Jahren aussehen wird und welche Themen und Abläufe dann dominieren, kann sie nicht abschätzen. Das entwickele sich nach und nach. Wichtig ist ihr nur, dass das Projekt vor allem den Menschen dient und Gewinnabsichten außen vor bleiben, was jedoch nicht bedeute, dass es künftig keine Kooperationen mit Firmen, Vereinen und anderen Gruppen geben wird.

Moderierte Gruppe

Um diese Qualität zu sichern, investiert Neumann viel Zeit. Bis zu drei Stunden täglich verbringt die berufstätige Mutter von zwei Kindern damit, zwischen Gruppenmitgliedern zu vermitteln, Angebote und Anfragen zu veröffentlichen und zu beantworten. „Alle Beiträge werden von mir geprüft“, so die 36-Jährige. So soll der Grundgedanke aufrecht gehalten und Missbrauch vermieden werden. Um auch Menschen mitzunehmen, die nicht bei Facebook angemeldet sind, hat sie zudem die Internetseite www.share-ring.de eingerichtet. Per Email und telefonisch nimmt sie Anliegen der Menschen entgegen. „Gerne sogar“, sagt sie. Ansporn sind die zahlreichen positiven Rückmeldungen, die häufig nach erfolgreichen Hilfeleistungen bei ihr im Postfach landen.