Vor dem Landgericht Konstanz hat ein 25-jähriger drogensüchtiger Mann aus VS-Schwenningen vier Fälle des unerlaubten Drogenhandels eingeräumt. Das Landgericht Konstanz hat ihn jetzt zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, wobei eine frühere Verurteilung durch das Amtsgericht Villingen-Schwenningen mit einbezogen wurde. Daneben ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Marihuana, Softair-Pistole, Pfefferspray

Im September vorigen Jahres wurde der 25-Jährige festgenommen, nachdem er im Zimmer eines Bekannten sieben Tütchen Marihuana zu je zwei Gramm abgepackt hatte. Sie sollten gewinnbringend für acht Euro pro Gramm verkauft werden. Der Bekannte, der auch mit einer Softair-Pistole hantiert haben soll, wird gesondert verfolgt und stand jetzt nicht mit vor Gericht. Weil der 25-Jährige damals beim Portionieren der Droge zwei Dosen Pfefferspray in seiner Jacke hatte, hatte die Staatsanwaltschaft ihn auch wegen bewaffneten Drogenhandels angeklagt, wofür er letztendlich aber nicht verurteilt wurde.

Bei der Polizei bereits bekannt

Die Schwenninger Polizei kam dem Angeklagten, der den Beamten bereits bekannt war, durch Hinweise aus der Nachbarschaft auf die Spur. Zwei Wochen zuvor hatte man eine Person beobachtet, die ein Drogenpäckchen in einem Hinterhof in Schwenningen versteckt hatte. Das Päckchen, das 25 Gramm Marihuana enthielt, konnte sichergestellt werden. Der Verdacht fiel bald auf den 25-Jährigen, weil er der Polizei bereits bekannt war. Vor Gericht räumte er weitere getätigte oder geplante Drogenverkäufe ein. Allerdings konnte er dem Gericht glaubhaft machen, dass er einen großen Teil der beschafften Droge selbst konsumiert hatte.

Gelegenheitsjobs und Dealereien

Zu seinem Werdegang berichtete er, er sei nach seinem Hauptschulabschluss Gelegenheitsarbeiten nachgegangen. In den letzten Jahren habe er aber vor allem von Zuwendungen seiner Eltern und vom Drogenhandel gelebt. Den Besitz des Pfeffersprays rechtfertigte der 25-Jährige mit seiner Angst vor drei Männern, die ihn Ende 2017 mit Baseballschlägern schwer verprügelt hatten. Er habe damals unter anderem einen Kieferbruch und einen Jochbeinbruch erlitten. Einige Zeit danach sei er von diesen Leuten noch einmal mit einem Messer angegriffen worden. Grund für die gewalttätigen Übergriffe sei ein Streit über seine damalige Freundin gewesen.

Termine bei der Drogenberatung

Seit acht Monaten sitzt der Mann bereits im Gefängnis. Davon befand er sich vier Monate lang in Untersuchungshaft. Seit Januar verbüßt er eine früher verhängte Haftstrafe. In der Justizvollzugsanstalt hat er schon mehr als ein Dutzend Termine bei der Drogenberatung wahrgenommen. Ihm sei es ernst mit dem Ausstieg, erklärte er. Nach einer erfolgreichen Therapie wolle er eine Schreinerlehre beginnen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.