Der Verein Generationentreff Lebenswert aus Bad Dürrheim hatten zu einer Vortragsveranstaltung mit dem Thema "Der demografische Wandel und seine Folgen" in den Weinbrennersaal eingeladen. Neben Bürgermeister Walter Klumpp und Landrat Sven Hinterseh war Thaddäus Kunzmann, Demografiebeauftragter Baden-Württembergs, zu Gast.

Kunzmann, der bereits am Vormittag im Generationentreff zu Gast war, zeigte sich beeindruckt vom bürgerlichen Engagement in Bad Dürrheim. "Man profitiert voneinander", sagt Kunzmann. Der Experte zeigte auf, dass die Bevölkerung von Bad Dürrheim bis 2035 einen steigenden Anteil an über 60-Jährigen bekommt. Rund 27 Prozent der Bürger in Bad Dürrheim sind bereits jetzt älter als 65 Jahre. Vor allem die geburtenstarken Jahrgänge der 50er- und 60er-Jahre können zum Problem werden.

"Durch ihr Alter werden sie dem Ehrenamt fehlen", sagt Kunzmann. Die nachkommenden Generationen werden Probleme haben, die Ehrenämter auszufüllen – allein schon aufgrund des steigenden Renteneintrittsalters.

"Schon jetzt müssen Strukturen geschaffen werden, um die Betreuung der Hochbetagten in Zukunft sicherzustellen", sagt der Experte. Fortschritte beim Wohnraum, der Digitalisierung und der Mobilität seien im ländlichen Raum unabdingbar, um ein attraktives Umfeld für alle Generationen zu schaffen.

Bürgermeister Klumpp stellte klar, dass man bereits im Austausch mit dem Generationentreff sei und aktiv die Zukunft der Stadt mitgestalten wolle. Dazu sei die Einbindung der Bürger wichtig. Landrat Hinterseh sieht für Bad Dürrheim die wichtigsten Punkte in der "digitalen Teilnahme, der Mobilität, dem Tourismus und den attraktiven Wohnangeboten". Angelika Strittmatter, Vorstandsmitglied des Generationentreffs, stellte das Ehrenamt heraus. "Wir brauchen eine stärkere Anerkennungskultur und mehr Anreize", sagt Strittmatter. Den Bürgern soll auf Augenhöhe begegnet werden. Zudem wünsche sie sich mehr Geld und Vergünstigungen, um Anreize für ehrenamtliche Helfer zu schaffen.

Kunzmann betonte zudem, dass die jungen Generationen einbezogen werden müssen. "Wir müssen den jungen Menschen die Angst vor der Zukunft nehmen und sie mit ins Boot holen", sagt Kunzmann. "Barrierefreiheit nutzt allen Generationen. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, die herausgestellt werden müssen." Zudem müsse das Thema für die Bürger greifbar gemacht werden.