Schocknachricht am Donnerstagnachmittag: Der große Saal im Theater am Ring ist akut einsturzgefährdet und muss ab sofort gesperrt werden. Davon betroffen war schon der Auftritt von Kabarettist Jochen Malmsheimer gestern Abend, der kurzfristig in die Neue Tonhalle verlegt worden ist.

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  • Das ist passiert: Mitarbeitern des Kulturamtes ist aufgefallen, dass sich die Decke im Saal etwas wölbt und so wurde ein Statiker mit einer Prüfung der Decke beauftragt. "Diese Prüfung fand am Donnerstagnachmittag statt und das Ergebnis war, dass der Saal sofort gesperrt werden musste", berichtet Pressesprecherin Oxana Brunner. Mit dieser Hiobsbotschaft hatte niemand gerechnet. Das Kulturamt hat sofort die Veranstaltung von Jochen Malmsheimer verlegt, die eine halbe Stunde später angefangen hat. Mitarbeiter am Theater und am Parkplatz haben die Besucher auf die Verlegung hingewiesen und sie in die Neue Tonhalle geschickt. "Das war das absolute Notprogamm", so Brunner.
  • Mögliche Ursachen: Nicht betroffen sind der kleine Saal und die Hinterbühne, wo auch Veranstaltungen stattfinden. Als Ursache der Schäden am Dachtragwerk vermutet man die schweren Frühjahrsstürme der vergangenen Wochen. "Es könnte aber natürlich auch eine Ermüdung des Materials sein, das Gebäude ist ja schon älter", so Brunner.
  • So geht es weiter: Jetzt soll eine genaue Prüfung des Daches stattfinden, mit dem Ziel, herauszufinden, ob eine Notsicherung möglich ist. Dann könnten bis zu einer Dachsanierung wieder Veranstaltungen stattfinden. "Immerhin ist das Haus ausgebucht und es existieren Verträge für zahlreiche Veranstaltungen", zeigt Oxana Brunner die Dimension dieser Sperrung auf. Die nächste Spielzeit 2019/2020 ist unter Dach und Fach mit zahlreichen Tanz- und Theaterveranstaltungen.
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  • Die Veranstaltungen: Klar ist, dass nicht alle Veranstaltungen in andere Häuser verlegt werden können. Am Wochenende wird zwar die Neckarhalle eröffnet, aber auch dieses Haus ist bestehenende bis weit in den Herbst ausgelastet. "Es wird in den nächsten Tagen sicher noch einige Krisensitzungen geben", so Oxana Brunner. Dann müsse festgelegt werden, wie es weitergeht und ein Zeitplan für eine Generalsanierung des Dachs ausgearbeitet werden.
  • Neue Stühle: Erst im September 2018 war der Saal nach dem Einbau der neuen Stühle glanzvoll wieder eröffnet worden. Rund 345 000 Euro hatte die Stadt hier investiert und durch mehr Abstand und bequeme Stühle für die Besucher mehr Komfort geschaffen.
  • Die Geschichte: Das Theater am Ring ist 1940 durch den Filmtheaterbetrieb Robert König in Lörrach gebaut worden – mit 856 Plätzen. Erst 1957 hat es die Stadt erworben, die mit König dann einen Pachtvertrag abgeschlossen hat. 1973 kam der erste große Umbau des Hauses. Bis 1997 wurde das Theater noch als Kinosaal genutzt, mit dem Film "Der englische Patient" endete die lange Kinogeschichte in diesem Gebäude. 1998 erfolgte dann der Anbau des Bühnenturms. Lange Jahre fand hier auch das erfolgreiche Festival "VS swingt" statt.
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