Die Stadtverwaltung kämpft darum, dass der ehemalige Schießplatz im Neuhäuslewald bei Pfaffenweiler bis spätestens März 2019 endlich von den dort liegenden Altlasten befreit wird. Das Thema schwelt schon seit vielen Jahren. Vor allem der Bogencub Villingen-Schwenningen, der das Gelände seit 2008 von der Stadt gepachtet hat und für den Bogensport nutzt, macht seit Jahren Druck auf die Stadt, dass die militärischen Altlasten endlich geräumt werden.

Es ist schon über drei Jahre her, als der Vorsitzende des Bogenclubs der Stadtverwaltung Untätigkeit vorgeworfen hatte. Bereits 2008 habe die Verwaltung nichts in dieser Sache zustande bekommen, kritisierte der Vereinsvorsitzende damals. Noch immer liegen in den Kugelfängen der ehemaligen Schießbahnen größere Sandhaufen, die mit giftigen Rückständen von Blei, Kupfer und Quecksilber aus dem Schießbetrieb belastet sind. Von diesen Rückständen geht zwar aktuell keine gesundheitliche Gefährdung aus. Alledings kann es durchaus sein, dass die Schadstoffe eines Tages in Grundwasser gelangen. Und: Solange die mehrwöchigen Sanierungsarbeiten auf dem Gelände nicht erledigt sind, kann der Verein seine geplanten Investitionen zum Ausbau seiner Bogensportanlage nicht umsetzen. Der Club wird insofern seit Jahren seiner Entwicklung blockiert.

Nächste Woche werden sich die Ausschüsse des Gemeinderates mit dem Thema befassen. Die Stadt will das Thema nun im Winterhalbjahr erledigen. Denn die Arbeiten können, in Rücksicht auf die in mehreren Prallschutzwänden im Sommer nistenden Zwergfledermäuse, nur im Winter durchgeführt werden.

Schon seit Jahren verhandelt die Stadt als Eigentümerin mit dem Bund über die Sanierung der Schießbahnen. Gestritten wurde vor allem über die Kostenverteilung. Ob das der eigentliche Grund der Verzögerungen ist oder doch eher Desinteresse bei der Stadt an diesem Thema, darüber gehen die Auffassungen auseinander. Zuletzt schien es so, als könnte die Altlastensanierung um den Jahreswechsel von 2017 auf 2018 erledigt werden. Doch auch das hat nicht geklappt. Damals, so die Rechtfertigung der Stadt, wurden die Aufgaben der für die Liegenschaftsverwaltung für ausländische Streitkräfte zuständigen Bundesimmobilienanstalt (Bima) von Karlsuhre nach Kaiserslautern verlagert. Damit seien die Verhandlungen zwischen der Stadt und der Bima sowie den französischen Streitkräften abgebrochen "und pausierten". Erst ab März 2018 wurde weiterverhandelt. Es ging bei diesen Verhandlungen vor allem um die Kostenverteilung. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von rund 2,7 Millionen Euro. Dafür gibt es eine Zuschuss-Zusage über 1,6 Millionen Euro von der Bundesimmobilienverwaltung und den französischen Streitkräften.

Der Gemeinderat soll jetzt die bereits seit einem Jahr im städtischen Haushalt eingestellten Mittel von 1,7 Millionen Euro freigeben. Denn zum Jahreswechsel wird mit der schriftlichen Zuschussbestätigung der Bundesimmobilienanstalt gerechnet. Um dann sofort finanziell handlungsfähig zu sein, muss der Gemeinderat jetzt das Geld per Einzelbeschluss freigeben, damit noch rechtzeitig bis März saniert werden kann. Andernfalls würde es wegen der Fledermaus-Problematik zum erneuten Verzug der Sanierung um ein weiteres Jahr kommen.

Wenn die Sanierung bis Ende März erfolgreich über die Bühne geht, wäre das leidige Kapitel für die Stadt und den Bogenclub abgeschlossen. Vor allem aber dient die Sanierung dem Schutz der menschlichen Gesundheit und dem Schutz von Boden, Wasser und Luft. Wie die Untersuchung des Schießstandes von 2017 ergeben hat, soll es bisher nicht zu einer Gefährdung des Grundwassers gekommen sein. Doch um dauerhaft den Grundwasserschutz zu gewährleisten, muss die Schadensquelle ausgekoffert und der verseuchte Boden entsorgt werden.