21 SÜDKURIER-Leser erkunden bei einer exklusiven Führung mit Schulleiter Johannes Kaiser die St. Ursula Schulen. Hier gibt es Impressionen vom Rundgang durch das ehemalige Kloster.
Hinter der großen Tür im Dachgeschoß des Nordflügels in den St. Ursula Schulen entdeckte man bei den Sanierungsmaßnahmen eine Räucherkammer. Der Bauleiter sei rein gegangen und habe einen mumifizierten Schinken gefunden, erzählt Kaiser. Aus Beton sei die Räucherkammer und müsse Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut worden sein. Schwester Roswitha habe sich damals nicht erinnern können, dass jemals im Kloster Schinken geräuchert wurde, also muss der Schinken schon ziemlich alt gewesen sein. „Es riecht noch nach Mumie“, scherzt Kaiser.
Bild: Roland Dürrhammer

Hinter der großen Tür im Dachgeschoß des Nordflügels in den St. Ursula Schulen entdeckte man bei den Sanierungsmaßnahmen eine Räucherkammer. Der Bauleiter sei rein gegangen und habe einen mumifizierten Schinken gefunden, erzählt Kaiser. Aus Beton sei die Räucherkammer und müsse Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut worden sein. Schwester Roswitha habe sich damals nicht erinnern können, dass jemals im Kloster Schinken geräuchert wurde, also muss der Schinken schon ziemlich alt gewesen sein. „Es riecht noch nach Mumie“, scherzt Kaiser.

Es sind noch die gleichen Möbel, die Roswitha Oppermann im ehemaligen Aufenthaltsraum des Internats im Kloster St. Ursula vorfindet. Vor 60 Jahren ist sie hier gesessen. Normalerweise ging man als Villinger nicht ins Internat.  „Aber wegen einer Erkrankung meiner Mutter kam ich für drei Monate hier her“, so Oppermann. Strenge Regeln hätten im Kloster geherrscht. Um 5.55 Uhr war Wecken und wir hatten einheitlich blaue Schulkleidung und eine Baskenmütze, erinnert sie sich. Auch daran, dass den strengen Schwestern auch hin und wieder ein Streich gespielt wurde. Seit 20 Jahren trifft sich Oppermann jährlich mit ehemaligen Mitschülerinnen und auf das nächste Mal freut sie sich besonders. „Da kann ich von der tollen Führung von heute berichten.“
Bild: Roland Dürrhammer

Es sind noch die gleichen Möbel, die Roswitha Oppermann im ehemaligen Aufenthaltsraum des Internats im Kloster St. Ursula vorfindet. Vor 60 Jahren ist sie hier gesessen. Normalerweise ging man als Villinger nicht ins Internat. „Aber wegen einer Erkrankung meiner Mutter kam ich für drei Monate hier her“, so Oppermann. Strenge Regeln hätten im Kloster geherrscht. Um 5.55 Uhr war Wecken und wir hatten einheitlich blaue Schulkleidung und eine Baskenmütze, erinnert sie sich. Auch daran, dass den strengen Schwestern auch hin und wieder ein Streich gespielt wurde. Seit 20 Jahren trifft sich Oppermann jährlich mit ehemaligen Mitschülerinnen und auf das nächste Mal freut sie sich besonders. „Da kann ich von der tollen Führung von heute berichten.“

Über den Türen in der Aula, die einst zum Waschraum des Klosters führten, findet man eines der vielen Kunstwerke in der Schule. „Es zeigt das St. Ursula Relief, das während der Sanierungswelle in den 90er Jahren von den Handwerkern gestiftet wurde“, sagt Kaiser. Es ist ein Entwurf von Klaus Ringwald, der die Legende der heiligen Ursula darstellt. Als Vorbild diente die ältestes Darstellung der Ursula aus der Klosterbibliothek in Wiesbaden. Ringwald setzte es hier in die Moderne um. „Ich habe erlebt, wie Ringwald durch das Haus gelaufen ist und Eindrücke sammelte“, sagt Kaiser. Dargestellt hätte Ringwald, was die Schüler so machen und auch die ersten Computer der Schule seien auf dem Werk zu finden.
Bild: Roland Dürrhammer

Über den Türen in der Aula, die einst zum Waschraum des Klosters führten, findet man eines der vielen Kunstwerke in der Schule. „Es zeigt das St. Ursula Relief, das während der Sanierungswelle in den 90er Jahren von den Handwerkern gestiftet wurde“, sagt Kaiser. Es ist ein Entwurf von Klaus Ringwald, der die Legende der heiligen Ursula darstellt. Als Vorbild diente die ältestes Darstellung der Ursula aus der Klosterbibliothek in Wiesbaden. Ringwald setzte es hier in die Moderne um. „Ich habe erlebt, wie Ringwald durch das Haus gelaufen ist und Eindrücke sammelte“, sagt Kaiser. Dargestellt hätte Ringwald, was die Schüler so machen und auch die ersten Computer der Schule seien auf dem Werk zu finden.

Den Engel von Emilio Molka hat die Schule als Dauerleihgabe von der Stadt erhalten. „Früher hing er im Theater am Ring und ist nach der Sanierung in einem Keller verschwunden“, erzählt Kaiser. Die Rotarier hatten der Stadt den Engel einst zum Stadtjubiläum 1999 spendiert. Statt irgendwo in einem Keller zu verstauben, könnte man ihn im St. Ursula aufhängen, dachten die Rotarier. „Ich finde, der wunderschöne Engel passt ganz gut zu uns“, sagt Kaiser.
Bild: Roland Dürrhammer

Den Engel von Emilio Molka hat die Schule als Dauerleihgabe von der Stadt erhalten. „Früher hing er im Theater am Ring und ist nach der Sanierung in einem Keller verschwunden“, erzählt Kaiser. Die Rotarier hatten der Stadt den Engel einst zum Stadtjubiläum 1999 spendiert. Statt irgendwo in einem Keller zu verstauben, könnte man ihn im St. Ursula aufhängen, dachten die Rotarier. „Ich finde, der wunderschöne Engel passt ganz gut zu uns“, sagt Kaiser.

Von der Galerie am Nordflügel der St. Ursula-Schule hat man einen schönen Ausblick in Richtung Hans-Kraut-Gasse und in den Schulgarten. Im Hintergrund ist der ehemalige Durchgang für die Schwestern vom Kloster in die Klosterringschule zu sehen. Jutta Riedel ist begeistert von der Aussicht. Sie war zwei Jahre als Schülerin im Kloster, Lehrerin an der Golden-Bühl-Schule und kommt heute, zwischenzeitlich pensioniert, immer wieder mal zu Projekten in die Schule.
Bild: Roland Dürrhammer

Von der Galerie am Nordflügel der St. Ursula-Schule hat man einen schönen Ausblick in Richtung Hans-Kraut-Gasse und in den Schulgarten. Im Hintergrund ist der ehemalige Durchgang für die Schwestern vom Kloster in die Klosterringschule zu sehen. Jutta Riedel ist begeistert von der Aussicht. Sie war zwei Jahre als Schülerin im Kloster, Lehrerin an der Golden-Bühl-Schule und kommt heute, zwischenzeitlich pensioniert, immer wieder mal zu Projekten in die Schule.

Der Übergang an der Außenfassade im Nordflügel soll nicht, wie gemutmaßt wurde, trotz toller Aussicht ein Balkon für die Lehrer sein, sondern eine Verbindung zum Bärengebäude. 80 Zentimeter tief in der Wand stecken die Stahlträger, die die Galerie halten. Aus statischen Gründen mussten wir so vorgehen, damit wir nicht über der Sporthalle zu schwer werden, so Kaiser, und außerdem sei es die Nordseite, da käme eh keine Sonne hin, um weg vom Balkongedanken zu kommen.
Bild: Roland Dürrhammer

Der Übergang an der Außenfassade im Nordflügel soll nicht, wie gemutmaßt wurde, trotz toller Aussicht ein Balkon für die Lehrer sein, sondern eine Verbindung zum Bärengebäude. 80 Zentimeter tief in der Wand stecken die Stahlträger, die die Galerie halten. Aus statischen Gründen mussten wir so vorgehen, damit wir nicht über der Sporthalle zu schwer werden, so Kaiser, und außerdem sei es die Nordseite, da käme eh keine Sonne hin, um weg vom Balkongedanken zu kommen.

Der Rundgang führte die Teilnehmer in den Naturwissenschaftsraum, auch Terrassenzimmer genannt, weil dieser Platz früher der Freisitz für die Schwestern war. „Das kannte ich noch, als ich 1986 in der Schule anfing“, berichtet Kaiser. Sein Vor-Vorgänger habe die Terrasse von den Schwestern zum Ausbauen bekommen. Nach der jüngsten Sanierung dient das Terrassenzimmer nun für naturwissenschaftliche Experimente.
Bild: Roland Dürrhammer

Der Rundgang führte die Teilnehmer in den Naturwissenschaftsraum, auch Terrassenzimmer genannt, weil dieser Platz früher der Freisitz für die Schwestern war. „Das kannte ich noch, als ich 1986 in der Schule anfing“, berichtet Kaiser. Sein Vor-Vorgänger habe die Terrasse von den Schwestern zum Ausbauen bekommen. Nach der jüngsten Sanierung dient das Terrassenzimmer nun für naturwissenschaftliche Experimente.

Die Schüler sitzen an den Tischen und der Lehrter steht am Pult, so war es früher auch schon. Im komplett sanierten Chemie-Raum sitzen die SÜDKURIER- Leser an den Tischen und Kaiser berichtet, wie eine Arbeitsschutzuntersuchung zu einer kompletten Sanierung des Bärengebäudes führte. Die Lüftungsanlage entsprach nicht mehr den Vorschriften, Ertüchtigungen im Brandschutz mussten vorgenommen werden. Der Schulträger wurde informiert und die Antwort war, wenn wir es machen dann richtig. „Wir durften eine Wunschliste erstellen“, erzählt Kaiser. „Ich hätte nie gedacht, dass alle Wünsche im Wert von rund 120.000 Euro in Erfüllung gehen.“ Ein paar Stunden nach Abgabe sei die positive Antwort gekommen, so Kaiser. Dadurch konnte innerhalb eines halben Jahres der Chemiebereich saniert werden. Die Chemielehrer strahlen jetzt über das ganze Gesicht, wenn sie in dem neuen Raum sind. In diesem Zuge wurde auch das Treppenhaus saniert, Schallschutzdecken eingebaut und die Räume mit moderner Medientechnik versorgt.
Bild: Roland Dürrhammer

Die Schüler sitzen an den Tischen und der Lehrter steht am Pult, so war es früher auch schon. Im komplett sanierten Chemie-Raum sitzen die SÜDKURIER- Leser an den Tischen und Kaiser berichtet, wie eine Arbeitsschutzuntersuchung zu einer kompletten Sanierung des Bärengebäudes führte. Die Lüftungsanlage entsprach nicht mehr den Vorschriften, Ertüchtigungen im Brandschutz mussten vorgenommen werden. Der Schulträger wurde informiert und die Antwort war, wenn wir es machen dann richtig. „Wir durften eine Wunschliste erstellen“, erzählt Kaiser. „Ich hätte nie gedacht, dass alle Wünsche im Wert von rund 120.000 Euro in Erfüllung gehen.“ Ein paar Stunden nach Abgabe sei die positive Antwort gekommen, so Kaiser. Dadurch konnte innerhalb eines halben Jahres der Chemiebereich saniert werden. Die Chemielehrer strahlen jetzt über das ganze Gesicht, wenn sie in dem neuen Raum sind. In diesem Zuge wurde auch das Treppenhaus saniert, Schallschutzdecken eingebaut und die Räume mit moderner Medientechnik versorgt.