Schwere Vorwürfe erhob SPD-Stadtrat Bernd Lohmiller im Technischen Ausschuss wegen der aufgetretenen Schäden am neu gestalteten Lindekreisel in Marbach. Dort haben sich Risse gebildet. Lohmiller, der auch im Ortschaftsrat von Marbach sitzt, sagte, man habe frühzeitig darauf hingewiesen, dass durch die Neigung und das hohe Verkehrsaufkommen auch mit Schwerlastverkehr die Fahrbahn besonders beansprucht wird.

Die Risse in der Fahrbahn des Minikreisverkehrs Kirchdorfer Straße/ Straßburger Straße/Schaffhauser Straße seien laut Lohmiller entstanden, weil die Asphalttrag- und die Asphaltbinderschicht in zwei Abschnitten eingebaut wurden und sich daraus an den Stößen Oberflächenrisse ergeben haben. "Dies hätte man vermeiden können, wenn man eine Vollsperrung gemacht hätte und in einem Abschnitt eingebaut hätte", sagt Lohmiller. Zudem wäre eine Betonausführung statt der Bitumenlösung für diese Belastungen die richtige Maßnahme gewesen.

"Wegen der hohen Verkehrsbelastung war eine Vollsperrung politisch nicht durchsetzbar, weil unter anderem auch der Schulbusverkehr hier vorbeiführt", so Bauleiter Axel Berger vom Ingenieurbüro Breinlinger. Ein Betonkreisel war in den Planungsvorgaben nicht vorgesehen, wäre erheblich teurer geworden und hätte mehr Bauzeit in Anspruch genommen. Bernd Schwär von Breinlinger Ingenieure wies darauf hin, dass man erst ab der dritten Planungsphase in das Projekt eingestiegen sei und die Vorplanungen die Stadt getätigt hätte.

Berechnungen hätten ergeben, dass die Bitumen-Ausführung für die Verkehrsbelastung ausreicht, sagte Amtsleiter Ulf Millauer vom Amt für Straßenbau, Stadtgrün und Altlasten. Wie Lohmiller konnte auch Stadtrat Ernst Reiser die Argumentation mit dem Schulbusverkehr nicht nachvollziehen. "Schließlich gibt es Schulferien, in denen es kein Schulbusverkehr gibt." Auch bei der Berechnung der Verkehrslast habe sich "wohl jemand verrechnet", so Reiser. Er kritisierte außerdem, dass der Technische Ausschuss und der Gemeinderat nicht über die Möglichkeit einer Beton-Ausführung informiert wurden.

Für Lohmiller lägen eindeutig Planungsfehler vor. Er forderte, den Kreisel auf Kosten des Planungsbüros abzureißen und neu zu bauen. Der Kreisel werde auch in der nächsten Marbacher Ortschaftsratssitzung zum Thema werden, kündigte Lohmiller an, denn der Ortschaftsrat fühle sich angelogen und die Stellungnahme des Planungsbüros spotte jeder Beschreibung.

"Wir müssen die Kirche im Dorf lassen", sagt Bürgermeister Detlev Bührer. Man werde vor Ablauf der Verjährungsfrist für Mängelansprüche die Arbeiten nochmals intensiv begutachten.