Diese Überraschung kursiert selbst in internen Zirkeln aktuell lediglich als Gerücht. Aber es stimmt. Rupert Kubon steht bereit, um das Amt des Vorsitzenden des Villinger Geschichts- und Heimatvereins (GHV) zu übernehmen. Bei der Hauptversammlung am 13. März im Diegner werde der aktuelle Oberbürgermeister für dieses für ihn neue Amt kandidieren, bestätigte am Montag Werner Echle.

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Gleich vorweg: Rupert Kubon wird nicht der erste Vorsitzende mit auswärtigen Wurzeln sein, der diesen engagierten Villinger Verein leiten wird. Günter Rath stellte von 1992 bis 2015 unter Beweis, dass eine erfolgreiche Vereinsführung bei dieser, der Stadthistorie so zugewandten Organisation, auch mit Münchner Geburtsadresse bestens möglich ist.

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Es gilt als sicher, dass Kubon gewählt wird. Der Beirat des Vereins habe bereits seine Unterstützung signalisiert, sagt Werner Echle. Kubon selbst hat für das neue Vereinsamt bereits ganz konkrete Pläne. So entwickle er aktuell eine ausgedehnte Vereinsreise für den GHV, welche die Clubmitglieder entlang der markantesten Wirkungsstätten der Habsburger durch Europa führen soll, wie der noch bis Jahresende amtierende Rathaus-Chef jetzt gegenüber dem SÜDKURIER erklärte. Kubon hängt sich bereits heute für sein zukünftiges Amt voll rein. Einen ersten Entwurf für eine solche Tour, ausgearbeitet von Reiseexperten, habe er kurzerhand verworfen. "Das kann man besser machen", sagte er mit Begeisterung jetzt in einem Redaktionsgespräch.

Geschichte ist eindeutig ein großes Steckenpferd von Rupert Kubon. Er kann aus dem Stand zur Vergangenheit von Villingen referieren, kennt viele herausragende Bauwerke der Region bis in die Details. Dass er 1991 zur badischen Schulgeschichte promovierte, unterstreicht seine jahrzehntelange Verbundenheit mit Themen der Vergangenheit.

Werner Echle zeigt sich als amtierender GHV-Vorsitzender sehr froh über die neue Perspektive für die künftige Aufstellung an der Vereinsspitze. Die Entwicklung dazu schilderte er jetzt gegenüber dem SÜDKURIER so: Er und sein Stellvertreter Edgar Tritschler hätten sich bereits vor vielen Monaten hilfesuchend an den OB gewandt mit der Frage, ob er niemanden wisse, der mit Sachkunde und Engagement die Vereinsführung übernehmen könnte. Kubon habe seinerzeit erklärt, dass er sich selbst dieses Amt zutraue und bestimmt auch die Aufgaben mit viel Freude angehen würde – wenn er dann irgendwann einmal nicht mehr OB wäre.

Video: Jens Fröhlich

  

Echle heute ganz ehrlich: "Wir haben das damals zunächst als kleinen Scherz aufgefasst." Das Treffen der GHV-Abgesandten mit Kubon fand Monate vor jenem Termin im Februar statt, bei dem sich der Rathauschef erklärte, nicht mehr für eine dritte Amtsperiode als Oberbürgermeister kandidieren zu wollen.

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Echle selbst ließ sich vor vier Jahren lediglich ausnahmsweise für eine Kandidatur als GHV-Vorsitzender überreden. Sein Ziel, binnen zwei Jahren sogleich einen Nachfolger für sich selbst zu finden, erreichte er nicht. Deshalb ließ er sich für neuerliche zwei Jahre auf die Position des Vereinschefs wählen.

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Wird Rupert Kubon im März zum Vorsitzenden des 600 Mitglieder starken Villinger Vereins gewählt, dann folgt ein Städtischer auf einen Städtischen. Echle, langjähriger Stadtkämmerer von Villingen-Schwenningen, kann dann sein Amt an seinen früheren Chef Rupert Kubon übergeben. Für den Geschichtsverein ist 2019 überdies ein echtes Jubiläumsjahr: Die hoch angesehene Organisation wird 50 Jahre alt.

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