Es gab genau einen Satz, der am Dienstagabend auf dem Weg über den Osianderplatz ins Franziskaner am häufigsten fiel: "Ich bin gespannt", murmelten die Händler und Anlieger so vor sich hin, "was sie uns jetzt erzählen".

Dort, im Foyer des Franziskaner, fand der inzwischen zweite Infoabend zur anstehenden Sanierung der Rietstraße statt. Nachdem im vergangenen Herbst die Entwurfsplanung vorgestellt wurde, konnte Martin Kuberczyk, vom Planungsbüro K3, nun eine etwas detailliertere Planung vorlegen. Gut 50 Händler und Anlieger waren gekommen. Sie hörten sich an, wie die Sanierung verlaufen soll: Beginnend am Marktplatz in 30-Meter-Schritten. Hörten, was gemacht werden soll: Eine Sanierung des Kanalsystems, sowie das Verlegen neuer Natursteinpflaster, außerdem soll ein Blindenleitsystem angelegt sowie Senkelektranten für eine mobile Stromversorgung von Marktständen installiert werden. Und sie erfuhren, dass die Bauarbeiten Mitte September beginnen und Ende 2019 beendet sein sollen.

Am Ende der halbstündigen Präsentation war es vor allem eine Frage, die die meisten umtrieb: Was ist mit dem Müll? Die Reinigung der Straßen, so Stefan Klayling, vom Uhrengeschäft Grießhaber, müsse sichergestellt werden, damit der neue Pflasterbelag nicht nach kurzer Zeit aussehe, wie in der neu gemachten Fußgängerzone in Schwenningen. Verklebt mit Kaugummi und belegt mit Zigarettenkippen. Rainer Arning vom Schuhhaus Hässler plädierte angesichts ständig überquellender Mülleimer nochmals für ein unterirdisches Müllentsorgungssystem. "In Konstanz haben wir auch ein Geschäft, da funktioniert das einwandfrei." In VS hatte der Gemeinderat ein solches System abgelehnt, mit Verweis auf zusätzliche Kosten und Aufwand. "Wir geben hier Millionen für eine neue Fußgängerzone aus. Wenn dann überall Müll liegt, ist das kein gutes Bild für unsere Stadt", so Arning. Planer Kuberczyk versprach, die Anliegen weiterzugeben.

Ende August wird es eine weitere Infoveranstaltung geben, bei der der genaue Zeitplan präsentiert wird. In den nächsten Tagen erhalten alle Anlieger ein Schreiben der Stadtverwaltung, in dem sie unter anderem dazu aufgefordert werden, den Zustand ihrer Hausanschlüsse zu prüfen und der Stadt zu melden. Nur so könne der ambitionierte Zeitplan von drei Monaten für die Kanalsanierung eingehalten werden, sagt Rainer Baumgart, vom Straßenbauamt.