Ernst Reiser schiebt eine persönliche Erklärung in den brodelnden VS-Wahlkampfkessel. Zuletzt war der Landwirt aus Nordstetten ins Gerde geraten, nachdem OB-Kandidatin Kloiber-Jung ihr Unbehagen über Vorüwrfe gegen OB-Kandidat Jürgen Roth formuliert hatte. Wörtlich formuliert der Stadtrat: "Wenn Frau Kloiber-Jung der Meinung ist, dass mein Verhalten ihrem Wahlkampf geschadet hat, oder noch schaden könnte, tut mir das sehr leid.

Jedoch sage ich aber auch in aller Deutlichkeit, dass nicht ich es gewesen bin, der in der aktuellen Angelegenheit eine Verbindung zu ihrer Kandidatur hergestellt hat, denn dies wurde von anderer Seite so konstruiert. Ich wünsche Frau Kloiber-Jung für ihren Wahlkampf und den Wahltag alles Gute. Vor allem auch deshalb, weil sie meiner Überzeugung nach die absolute Gabe und den festen Willen hat denjenigen Sachverhalten, die nicht ganz klar sind, zur Wahrheitsfindung auf den Grund zu gehen. Sowie auch deshalb, weil ich mich politisch gesehen in ihrem politischen Verhalten oft wiedererkenne."

Kandidat Roth wies zuletzt schriftlich Beschuldigungen gegen seine Person zurück, er habe im Jahr 2010 womöglich Bestechungsgelder im Zusammenhang mit einem Bauprojekt eines Italieners in Tuningen angenommen. Gegen das Bauprojekt des Sizilianers hatte zunächst das Landratsamt einen Baustopp verhängt, diesen dann aber wieder aufgehoben. Das Landratsamt betont, Roth habe damit nichts zu tun. Roth habe vielmehr mehrfach gegen die Baufreigabe opponiert. Der Italiener wurde vor Jahresfrist verhaftet und sitzt bis heute wegen Mafia-Verdachts, Rauschgifthandel und anderem in Untersuchungshaft. Die Hauptverhandlung gegen ihn und weitere zehn Mitangeklagte wird Ende dieses Monats eröffnet.