Domkapitular Michael Hauser

Er würdigte den Einsatz von Kurt Müller als Schuldekan und Dekan, ein Amt, das er immerhin 24 Jahre innehatte. „Er war kein Mensch häufiger Worte und endloser Debatten, aber wenn er was sagte, hatte das Gewicht.“ Kurt Müller habe die Gabe der Formulierung und des freien Wortes gehabt. Hauser erinnerte daran, dass Müller aufgrund seiner großen Verdienste erst zum Geistlichen Rat und dann zum Ehrendomherr ernannt worden ist. „Das ist eine Ehre, die nur wenigen Priestern zuteil wird.“ Ihm selbst werde vor allem der trockene Humor von Kurt Müller in Erinnerung bleiben. „Danke für einen treuen Dienst und wir bleiben im Gebet verbunden“, schloss Hauser seine Rede.

Michael Stöffelmaier und Rupert Kubon

Als Vertreter des Caritasverbandes erinnerte Stöffelmaier an das caritative Engagement Kurt Müllers: So war er 30 Jahre Vorsitzender des Caritasverbandes. Lange Jahre saß der Verstorbene auch im Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Familienheim. „Es war ihm immer ein wichtiges Anliegen, Menschen aus Villingen-Schwenningen verlässlich Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“ Auch im Vorstand des Altenheims St. Lioba wirkte Müller, ebenso wie in der Katholischen Sozialstation. 1987 wurde Müller in den Vorstand und ab 2011 zum Vorsitzenden gewählt.

Kurt Müller habe seine Auffassung nie anderen übergestülpt, so Stöffelmaier. Allerdings habe er schon klar gesagt, wenn ihm etwas nicht fallen hat. Über zu lange Grußworte habe Müller gesagt, das sei eine moderne Form der Christenverfolgung.

Rupert Kubon als Aufsichtsratsvorsitzender der Caritas erinnerte an die „tätige Nächstenliebe“ Kurt Müllers. „Er war immer da, wenn er gebraucht wurde und das war oft der Fall.“ Im Geschichts- und Heimatverein, der ihn 2008 zum Ehrenmitglied ernannt hat, habe Kurt Müller versucht, Zeugnisse christlichen Lebens sichtbar zu machen.

Stephan Rommelspacher

Er war von 1989 bis 2000 Münsterkantor und erinnerte an die große Liebe Müllers zur Kirchenmusik, die er auch immer gefördert und unterstützt hat. Auch Rommelspacher steuerte eine Anekdote bei und erzählte, wie er oft mit Kurt Müller und seiner Haushälterin Agnes Asal im BMW unterwegs gewesen sein: „Gleich nach dem Ortsschild wurden Lieder angestimmt, auch viele Volkslieder mit allen Strophen.“ Er habe nie mithalten können mit dem großen Repertoire der beiden. Ein großer Gottesdienst ohne feierliche Musik sei für Kurt Müller undenkbar gewesen und er habe auch von Anfang an die Idee der Rekonstruktion der Silbermann-Orgel positiv unterstützt. „Wir verneigen uns vor Kurt Müller und hoffen, dass er jetzt das himmlische Te Deum anstimmen kann.“

Monika Storz

Für die Münsterpfarrei erklärte Monika Storz, dass jetzt erst so langsam klar werde, was die Pfarrei mit Kurt Müller verloren habe. Sie betonte: „Das Münster war seine Heimat.“ An erster Stelle sei für ihn immer der priesterliche Dienst und die Seelsorge gestanden. Er habe mit seinem Charisma die Menschen bewegt und den Glauben vermittelt. So habe es ihn immer geschmerzt, wenn ein Gotesdienst abgesagt werden sollte. Monika Storz verrät: „Noch kurz vor seinem Sturz hat er erklärt, dass er an Heilig-Abend die 18 Uhr-Messe leiten will.“