Vielen gilt er als schönster Biergarten Villingens: Die Freifläche vor dem Zeughaus am Oberen Tor, die zum Gasthaus Ratskeller/ Turmstube gehört. Doch trotz Jahrhundertsommer und lauen Abenden bleibt der Biergarten zur Enttäuschung mancher Gäste geschlossen. Schuld daran sind gefräßige Raupen, die den schattenspendenden Baum des Biergartens befallen haben.

Die Pächter des griechischen Restaurants hatten bereits vor Wochen die Stadt auf den Ungezieferball des Baumes hingewiesen. Schließlich ist die Stadt Eigentümerin des Gebäudes von Ratskeller und Turmstube und auch des dazugehörigen Biergartens. Bei einem Ortstermin mit Baumexperten, so bestätigte die Pressesprecherin der Stadt, Oxana Brunner, sei festgestellt worden, dass der Baum vollständig von Raupen befallen war. An eine Bewirtschaftung des Biergartens war damit nicht mehr zu denken.

Verworfen wurde von den Fachleuten der Stadt die Überlegung, die Raupen mit Gift zu vertilgen. Die Entfernung des Baums kam natürlich auch nicht infrage. Der Baum gilt als stadtbildprägend und muss erhalten bleiben. Außerdem verleiht er dem Biergarten seinen schattenspendenden Charme. Deshalb, so Oxana Brunner, wurde dem griechischen Pächterehepaar Raptis zusätzliche Außenbewirtschaftungsflächen im Durchgang am Oberen Tor sowie vor dem Tor im Bereich der dortigen öffentlichen Verkehrsflächen und des Gehwegs ermöglicht. Die dort bereits vorhandene Außenbewirtschaftung des "Ratskellers" wurde entsprechend vergrößert.

Die Gaststättenbetreiber waren damit sehr zufrieden, zumal diese Lösung eine einfachere und weniger personalintensive Bewirtung im Außenbereich ermöglicht als im rückwärtig gelegenen Biergarten. Allerdings werden die Wirtsleute ab nächster Woche drei Wochen Betriebsferien machen. Dann, so erläutert Pressesprecherin Brunner, wird die ausgeweitete Freiluftbewirtung vor dem Oberen Tor beendet sein. Was den Schädlingsbefall anbelangt, geht die Stadt davon aus, dass sich das Problem biologisch von selbst erledigen wird. "Die Fachleute sagen, wenn es kalt wird, sterben die Raupen ab", berichtet Brunner. Dann dürfte dem nächstjährigen Betrieb des Biergartens nichts mehr im Wege stehen.

Gleichwohl will das griechische Restaurant die Freibewirtschaftung vor dem Oberen Tor auch in Zukunft fortsetzen. Wie Betreiber Dimos Raptos feststellt, habe sich dieser Platz bewährt, da er von der Theke der Gaststätte problemlos bewirtet werden kann. Dagegen lohne sich die Bewirtschaftung des Biergarten nur in der absoluten Hochsaison, weil dort aufgrund der langen Wege zusätzliches Personal und Equipement stationiert werden muss. Dennoch, so bestätigen die Betreiber, wollen sie den schönen Biergarten durchaus wieder nutzen.