Nicht einmal die, die Bescheid wissen sollten, fühlen sich informiert: Wie es genau mit der Verwaltungszusammenführung auf dem früheren Kasernengelände Mangin, das jetzt Oberer Brühl genannt wird, in VS-Villingen weitergeht, ist auch vielen Stadträten nicht klar. Deswegen fordern jetzt drei Fraktionen – FDP, SPD und Grüne – von Oberbürgermeister Jürgen Roth Auskunft.

Die will die Stadtverwaltung auch geben: Am 27. November wird es ab 16 Uhr im Münsterzentrum zu einer Sondersitzung kommen, die sich ausschließlich diesem Thema widmet. Dabei werden auch Zahlen und mögliche Varianten vorgestellt, berichtet Oxana Brunner, Sprecherin der Stadtverwaltung. Ob es zu weitergehenden Beschlüssen kommt, ist derzeit offen.

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Um das Großprojekt auf dem früheren Kasernengelände Mangin ist es ruhig geworden: Dabei gilt es als einer der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt. Dort soll ein Teil der VS-Verwaltung konzentriert werden. Wie viel und wann, weiß derzeit keiner der Stadträte so genau. Beschlossen hatte der Gemeinderat eine Variante, die vorsah, einen Großteil der Verwaltung, auch die technischen Ämter aus Schwenningen, auf dem Villinger Kasernengelände Mangin zusammenzuführen.

Dagegen liefen viele Schwenninger Sturm, sie befürchten eine weitere Verödung ihrer Innenstadt. Oberbürgermeister Roth, der vergangenes Jahr den Wahlkampf vor allem in Schwenningen auch deswegen so haushoch gewann, weil er versprach, diese Entscheidung noch einmal zu überprüfen, stellte sie unter einen Wirtschaftlichkeitsvorbehalt.

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Doch was ist nun die kostengünstigste Lösung? Keiner weiß es. „Wir werden als Stadträte angesprochen und können keine Auskunft geben“, ärgert sich FDP-Fraktionssprecher Frank Bonath. Hinzukam, dass bei der nichtöffentlichen Rasklausur plötzlich eine neue, alte Variante ins Spiel gebracht wurde: Die technischen Ämter bleiben doch in Schwenningen, am Oberen Brühl kommt es nur zu einer Zusammenführung der Villinger Ämter. Ist diese kleinere Lösung, die bereits einmal als unwirtschaftlicher eingeschätzt wurde, nun doch die Zukunft? „Wir brauchen endlich verlässliche Daten“, betont Bonath. Daher hatten sich die drei, teils politisch recht unterschiedliche Lagern angehörende Fraktionen zusammengetan, um die Auskunft zu erlangen.

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Dabei geht es den drei Fraktionssprechern vor allem um eine mit Zahlen und Kosten gefütterte Gegenüberstellung der zwei Möglichkeiten: die vom Gemeinderat beschlossene und die vom Oberbürgermeister in der Klausurtagung eingebrachten Variante, wie es im Antrag heißt. „Welcher wir dann folgen, wissen wir nicht nicht. Wir entscheiden das aufgrund der vorgelegten Daten“, erläutert für die FDP Bonath.

„Seit zehn Monaten keine neuen Zahlen und kein Plan.“
Joachim von Mirbach, Grünensprecher

Sehr viel klarer ist die Position der Grünen. „Wir brauchen bei der Ämterzusammenführung eine Dividende“, erläutert deren Fraktionssprecher Joachim von Mirbach. Wenn die fehle, mache sie keinen Sinn. Dabei seien alle Möglichkeiten bereits untersucht worden. Es habe sich herausgestellt, dass eine Verwaltungszusammenführung am Oberen Brühl den Haushalt am stärksten entlaste. Dazu gebe es „seit zehn Monaten keine neue Fakten und keinen Plan“, kritisiert von Mirbach.

Reihenfolge steht noch nicht fest

Die Umwandlung der Kasernenfläche in eine zivile Nutzung ist eines der Zukunftsprojekte der Stadt, die im integrierten Stadtentwicklungskonzept zusammengefasst sind. Allerdings fehlt noch eine Reihenfolge, die vom Gemeinderat festgelegt werden muss. Auch dies fordern die drei Fraktionssprecher.