Am Sonntagnachmittag, gegen 17 Uhr, hat ein Spaziergänger in einem Gebüsch entlang des Außenrings auf Höhe des gegenüberliegenden Autohauses den Leichnam eines bislang unbekannten Mannes entdeckt. Wie die Polizei am Dienstag mitteilt, soll der Tote schon mehrere Wochen unbemerkt neben der viel befahrenen Straße gelegen haben. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung und die genaue Todesursache hätten sich vor Ort nicht ergeben, heißt es in einer Mitteilung weiter.

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Der Spaziergänger hatte nach dem schrecklichen Fund über Notruf die Polizei alarmiert. Beamte der Schutzpolizei rückten an und ein Notarzt wurde angefordert. Vor Ort war jedoch schnell klar, dass dem Mann nicht mehr geholfen werden konnte. Die Beamten suchten den Bereich um den Fundort nach Hinweisen ab. Der Leichnam wurde abtransportiert und später nach Freiburg zur rechtsmedizinischen Untersuchung gebracht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Villinger Außenring wurde hier eine männliche Leiche am Sonntag gefunden. Der Tote ist nun identifiziert. Bild: Hans-Jürgen Götz
Am Villinger Außenring wurde hier eine männliche Leiche am Sonntag gefunden. Der Tote ist nun identifiziert. Bild: Hans-Jürgen Götz | Bild: Hans-Juergen Goetz

Hinweise auf Identität: "Es gibt gewisse Überschneidungen, die auf einen Vermisstenfall vor einigen Monaten hindeuten", sagt Pressesprecher Harri Frank auf SÜDKURIER-Nachfrage. Hinweise auf eine vermisste Person können zum Beispiel Kleidungsstücke und andere Gegenstände sein, die gefunden werden. Diese werden im Revier mit den Angaben aus Vermisstenanzeigen abgeglichen. Und dabei gab es offenbar einen Treffer. Aufgrund der langen Zeit, die der Mann unbemerkt im Gebüsch unweit der Straße gelegen habe, sei eine Identifizierung anhand eines Fotos nicht mehr möglich gewesen, so Frank weiter.

Warten auf Ergebnisse: Sicherheit soll nun eine Obduktion und eine DNA-Analyse in der Rechtsmedizin in Freiburg bringen. Die Ergebnisse lagen der Staatsanwaltschaft Konstanz am Dienstag aber noch nicht vor, die den Fall untersucht. Auch das Polizeipräsidium Tuttlingen konnte bis dato keine näheren Angaben machen. Die Beamten rechnen aber aus Erfahrung damit, dass die Untersuchung im Laufe einer Woche abgeschlossen sein könnte. Dann stehe neben der Todesursache vermutlich auch fest, ob ein Zusammenhang mit dem Vermisstenfall bestehe.

Der Fundort aus der Vogelperspektive: Im Gebüsch am Außenring wurde der tote Mann gefunden. Links im Hintergrund ist Nordstetten zu erkennen.
Der Fundort aus der Vogelperspektive: Im Gebüsch am Außenring wurde der tote Mann gefunden. Links im Hintergrund ist Nordstetten zu erkennen. | Bild: Hans-Jürgen Götz

Anlieger: Von den Anliegern hat niemand etwas mitbekommen. "Wir haben nichts bemerkt und es erst nach dem Wochenende aus dem Internet erfahren", sagt ein Autoverkäufer gegenüber dem SÜDKURIER, dessen Verkaufsbüro nicht weit von der Fundstelle entfernt liegt. "Ich bin ja am nächsten dran. Wir rangieren hier jeden Tag unsere Autos auf dem Platz. Seit uns neulich zwei Fahrräder gestohlen wurden, sind wir sogar noch etwas aufmerksamer geworden“, fügt er hinzu. Der Chef einer Heizungsbaufirma hatte am Sonntag zwar die Polizei gesehen, sich aber nichts dabei gedacht. Dass genau dort seit einigen Wochen eine Leiche im Gebüsch lag, haben er und seine Mitarbeiter ebenfalls erst jetzt erfahren. „Ein mulmiges Gefühl hinterlässt das schon bei einem, dass so etwas in Villingen passiert“, erklärt eine Mitarbeiterin. Auch der Geschäftsführer eines anderen Autohändlers in diesem Bereich hat nichts geahnt und die Details erst über einen Nachrichtendienst von Freunden erfahren. Viele fragen sich nun, wer der Tote wohl war und was wirklich passiert ist.

Fundort: Der Leichnam wurde von dem Spaziergänger in einem Gebüsch am Außenring zwischen dem Kreisverkehr und der Abzweigung nach Nordstetten auf Höhe eines Autohauses entdeckt. Der Mann lag demnach nur wenige Meter abseits der stadteinwärts verlaufenden Fahrbahnseite im Gebüsch, kurz nach der Einmündung der Margarethe-Scherb-Straße. Hinter der Fahrbahnböschung erstrecken sich landwirtschaftlich genutzte Flächen bis Nordstetten. Ein Feldweg verläuft einige Meter entfernt am Fundort vorbei. Bei ersten Ermittlungen vor Ort konnten die Beamten keine Hinweise auf die Todesursache finden und wie der Mann an diese unzugängliche Stelle gelangte. Warum der Tote so lange unentdeckt blieb, liegt vermutlich daran, dass in diesem Bereich, so nahe an der viel befahrenen Straße, kaum Menschen zu Fuß unterwegs sind. Die Leiche muss so gelegen haben, dass man sie vom Auto aus nicht sehen konnte.

In diesem Bereich (roter Kreis) wurde die Leiche am Sonntag von einem Spaziergänger entdeckt.
In diesem Bereich (roter Kreis) wurde die Leiche am Sonntag von einem Spaziergänger entdeckt. | Bild: Google Earth / SÜDKURIER-Grafik